Sachsens Pendler sind genervt von erneuten Lokführerstreiks

Tausende Sachsen brauchten vor allem am Mittwochmorgen starke Nerven. Durch den Lokführerstreik ist der Zugverkehr im gesamten Freistaat so gut wie lahm gelegt. Selbst wichtige Pendler-Verbindungen fallen aus. +++

Die Streikbeteiligung liegt in Sachsen laut Lokführergewerkschaft GDL bei 75 bis 80 Prozent … und das bekommen Bahnkunden eben auch zu spüren.  Die Fernverkehrszüge zwischen Dresden und Leipzig sowie Dresden und Berlin fallen aus. Auch die IC-Strecken von Dresden nach Köln sowie von Leipzig nach Emden werden nicht befahren. Und auch im Regional- und Nahverkehr stehen zahlreiche Züge still, hier sind vor allem die Verbindungen der Erzgebirgsbahn von Chemnitz nach Annaberg, Thalheim oder Olbernhau betroffen. Der Ersatzfahrplan der Bahn scheint nicht wirklich zu greifen. Die Bahn verurteilt den Streik – einmal mehr – als unverhältnismäßig. Die GDL meint „Wir können gar nicht anders!“ Und das obwohl beide Parteien seit langem an einem Tisch sitzen.  Es bleibt dabei: Die Fronten sind verhärtet. Viele Menschen haben tatsächlich Verständnis für die Tarifverhandlungen. Aber kaum jemand sieht ein, dass die Bevölkerung diesen Konflikt wieder einmal ausbaden muss. Die Kritik an der Vorgehensweise der Gewerkschaft und ihrem Chef Claus Weselsky wird daher immer lauter. In den nächsten Wochen und Monaten wird aber wohl weiter mit harten Bandagen gekämpft.  Denn die GDL will ihre Forderungen so schnell wie möglich durchdrücken. Denn bereits im Juli soll das geplante Gesetz zur Tarifeinheit in Kraft treten, dann darf innerhalb eines Betriebes nur noch die größte Gewerkschaft Tarifverträge abschließen, im Fall der Bahn wäre das die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG, und nicht die GDL. Die GDL hat noch bis Donnerstag 21 Uhr zum Streik aufgerufen. Und für Bahnkunden könnte es leider noch dicker kommen. Denn parallel zur GDL verhandelt auch die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG  mit der Bahn und droht nun ihrerseits ebenfalls mit Streik.