Sachsens Wirtschaft vor Herausforderungen

Sachsen- Angesichts der explodierenden Preise befürchtet Sachsens Wirtschaft Engpässe und Ausfälle in der Energieversorgung. Wie die Industrie und Handelskammer (IHK) Chemnitz und die Vereinigung der Sächsischen Wirtschaft (VSW) mitteilten, sei die dramatische Situation zahlreicher sächsischer Unternehmen durch die explosionsartig gestiegenen Energiekosten und die Unsicherheiten bei der Gasversorgung in einem offenen Brief an die Landes- und Bundespolitik dargelegt worden. Die bisherigen staatlichen Maßnahmen seien unzureichend.

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Unter anderem wird die Reduzierung der Gasverstromung durch sofortige Inbetriebnahme der Kohlekraftwerke gefordert. Auch die temporäre Abschaffung oder Reduzierung von Abgaben und Steuern auf Energie wird verlangt. Auch die vom sächsischen Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) angestoßene Debatte, trotz des Krieges nicht die energiepolitischen Realitäten zu ignorieren, wird begrüßt. So hieß es, eine kurzfristige und alternativlose Komplettabkopplung von russischen Energieträgern sei ohne gravierende wirtschaftliche und soziale Verwerfungen in Deutschland und Europa nicht möglich.

Wie der Präsident der IHK Chemnitz Dieter Pfortner sagte, sei jetzt ein politisches Handeln erforderlich und nicht erst im Herbst oder Winter. Ohne weitere Unterstützungsmaßnahmen seien die Folgen der Wirtschaft kaum absehbar.

VSW-Präsident Jörg Brückner betonte, eine Rationierung von Gas müsse unter allen Umständen vermieden werden. Sollte sie jedoch unausweichlich werden, so müsse es einen klaren Vorrang für wertschöpfungsrelevante Tätigkeiten geben. Alles andere könne sich unsere Gesellschaft nicht leisten.

Der sächsische CDU-Generalsekretär Alexander Dierks beklagte, dass von dem vom Bund geplanten Energiekostendämpfungsprogramm (EKDP) kleinere Handwerksunternehmen nicht profitierten. So fielen die mehr als 1500 Bäckereien und Fleischereien in Sachsen beim EKDP durchs Raster. (mit dpa)