Sachsenwetter im Jahr 2010: Alles in allem etwas zu kalt und zu nass

Sachsen war im Jahr 2010 mit 7,2°C das kälteste und mit 134 Prozent des Solls das nasseste Bundesland. Alle Details auf www.dresden-fernsehen.de +++

Die Jahresniederschlagsmenge übertraf den Normalwert, die Sonnenscheindauer erreichte die Norm recht genau. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2000 Messstationen.

Das Wetter 2010 in Sachsen (In Klammern stehen jeweils die vieljährigen Mittelwerte)

Sachsen war im Jahr 2010 mit 7,2°C (7,7°C) das kälteste und mit 134 Prozent des Solls (719 l/m²) das nasseste Bundesland. Die Mitarbeiter des DWD registrierten hier mit 959 l/m² sogar einen neuen Niederschlagsrekord für Sachsen. Besonders nass verlief die zweite Jahreshälfte. So fiel z.B. in Plauen im Vogtland von Juli bis Dezember mit 655 l/m² mehr Niederschlag als sonst im ganzen Jahr (582 l/m²). Auch die in Deutschland tiefste Temperatur des letzten Winters wurde in Sachsen gemessen: Am 27.1. zeigte das Thermo-meter in Bad Muskau südöstlich von Cottbus -24,3°C. Die Sonne schien 1550 Stunden (1525 Stunden) lang.

Das Wetter 2010 in Deutschland

Das Jahr verlief sehr abwechslungsreich, teilweise extrem. Die DWD-Experten hatten viel zu tun: Es begann mit winterlichen Verhältnis-sen, die bis weit in den März hinein andauerten. Danach folgte ein trockener April, ein sehr nasser Mai und ein sonnenscheinreicher Juni. Im Juli herrschte drei Wochen lang große Hitze. Intensive Re-genfälle machten den August zum nassesten seit Aufzeichnungsbe-ginn. Auch im September traten gebietsweise hohe Niederschlags-mengen auf, während der Oktober sehr trocken verlief. Der Novem-ber war wieder recht feucht und zeitweise ungewöhnlich mild. Der Dezember brachte dann wieder Kälte und enorme Schneemassen.

In Deutschland erstmals seit 1996 etwas zu kühl

Weltweit gesehen fiel das Jahr 2010 erneut besonders warm aus. In Deutschland blieb dagegen die Durchschnittstemperatur mit 7,9 Grad Celsius (°C) um 0,3 Grad unter dem vieljährigen Mittel von 8,2°C. Die höchste Temperatur wurde am 10. Juli in Bendorf bei Koblenz am Rhein mit 38,8°C gemessen. Besonders kalte Nächte mit Temperatu-ren unter -24°C traten örtlich in Sachsen und Bayern auf. In den letz-ten Jahren gab es stets ein Übergewicht der zu warmen Monate – in diesem Jahr war das Verhältnis ausgeglichen. Die größte negative Temperaturabweichung gegenüber der Norm hatte der Dezember mit -4,2 Grad. Demgegenüber war der Juli um 3,3 Grad zu warm.

Gebietsweise extrem viel Niederschlag – als Regen oder Schnee

Die durchschnittliche Niederschlagsmenge lag 2010 mit 838 Liter pro Quadratmeter (l/m²) leicht über dem Normalwert von 789 l/m². Nas-seste Station insgesamt war die Zugspitze mit 1953 l/m² sowie der Bereich Oy-Mittelberg-Petersthal im Allgäu mit 1841 l/m². Der tro-ckenste Ort lag diesmal in Brandenburg: Berge mit nur 531 l/m². Während in den Jahren 2008 und 2009 in Deutschland keine Tages-niederschläge von mehr als 100 l/m² aufgetreten waren, wurde diese besondere Marke bei extremen Starkregenereignissen im Sommer 2010 mehrmals überschritten. Die größte Menge fiel am 26. August in Steinfurt-Burgsteinfurt nordwestlich von Münster mit 161,7 l/m². So-wohl im Januar und Februar als auch im Dezember traten an ver-schiedenen Stationen neue Rekordschneehöhen auf.

Sonnenscheindauer wieder mal im Normalbereich

Mit rund 1522 Stunden entsprach die Sonnenscheindauer insgesamt fast genau dem Klimawert von 1528 Stunden, konnte diesen aber erstmals seit 2002 nicht überschreiten. Die Greifswalder Oie, eine kleine Insel vor Rügen, führte mit 1837 Stunden die Tabelle an, der Kahle Asten im Sauerland bildete mit 1242 Stunden das Schlusslicht. 

Quelle: Deutscher Wetterdienst
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