Sächsische Familien investieren stärker in Solarenergie als Energieversorger

Positiver Trend: Laut einer aktuellen FORSA-Studie investierten Eigenheimbesitzer im Freistaat Sachsen im letzten Jahr mehr in Solarenergie als die großen Energieversorger zusammen. Prof. Dr. Martin Maslaton, Vorstand des Vereins Solar City Leipzig e. V. (SCL), fordert daher die sächsische Politik auf, sich ebenfalls stärker auf Erneuerbare Energien zu konzentrieren.

Deutschlandweit haben Familien 2009 rund 6,22 Milliarden Euro in Solaranlagen investiert,
dagegen kamen die vier großen Energieversorger E.ON, EnBW, RWE und Vattenfall mit ihren gemeinsamen Investitionen in neue Anlagen zur Strom- und Fernwärmerzeugung und den Ausbau alter Anlagen nur auf ein Investitionsvolumen von rund 4,28 Milliarden Euro. 

Neun Prozent der sächsischen Eigenheimbesitzer haben bereits eine Solaranlage installiert, vierzehn Prozent planen die Installation laut der FORSA-Umfrage. Vor allem junge Eltern sind aktiv, wenn es um die eigene Energieversorgung geht. „Sachsens Familien sind viel weiter als die Politik, ein klares Zeichen, dass die Abstimmung mit den Füßen längst erfolgt ist und nun die Politik folgen muss“, urteilt Maslaton, der neben seiner Funktion als Vorstand des Vereins Solar City Leipzig auch Professor für das Recht der Erneuerbaren Energien an der TU Chemnitz und der Bergakademie Freiberg ist.

Eine sehr gute Möglichkeit, die neuen Energien in Sachsen zu stärken, sieht der Rechtsprofi in einer Änderung des Gesetzes zur Raumordnung und Landesplanung in Sachsen: „Das Gesetz muss eine Optimierungsfunktion bekommen, so dass den Erneuerbaren Energien der Vorzug bei der Raumvergabe gegeben wird. Auf diese Weise zugeordnete Vorranggebiete müssen dann begründen, warum bei ihnen keine Anlagen für erneuerbaren Energien gebaut werden sollen.“

Doch nicht nur die Politik muss die erneuerbaren Energien stärken: „Zwar investieren Familien in Sachsen schon mehr in erneuerbare Energien als die Energieversorger, dennoch liegen sie im landesweiten Durchschnitt auf den hinteren Plätzen: Während 14 Prozent der Hausbesitzer in Sachsen bereits Solaranlangen besitzen, sind es beim Spitzenreiterbundesland Bayern schon 25 Prozent“, so Maslaton abschließend.

Quelle: Solar City Leipzig e. V. (SCL)