Sächsische Frauen im Abseits

Seit den drastischen Kürzungen im aktuellen Haushaltsjahr 2010 ringen die Frauen- und Mädchenprojekte im Freistaat um ihr Überleben. Der Haushaltentwurf der Staatsregierung für die Jahre 2011 und 2012 würde für Viele das endgültige Aus bedeuten, so der Landesfrauenrat Sachsen e.V..

Die sächsischen Landesmittel zur Förderung der Gleichberechtigung von Frau und Mann sollen von derzeit 640.000 Euro auf 185.000 Euro in 2011 und 150.000 Euro in 2012 reduziert werden. Das ist eine Kürzung um 75%. Das bedeutet zum Beispiel, dass in 2012 keine Förderung für Einzelprojekte mehr erfolgt.

Betroffene sind in der großen Mehrzahl Frauen als Teilnehmerinnen sowie als haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen. Das in der Praxis bewährte Prinzip „Frauen helfen Frauen“ wird damit gnadenlos ausgehebelt. Ganz abgesehen davon, dass vielerorts diese Angebote auch von Männern genutzt werden.
Auch die Arbeitsfähigkeit des frauenpolitischen Dachverbandes Landesfrauenrat Sachsen e.V. als Interessenvertretung sächsischer Frauenverbände, Frauenvereine, Fraueninitiativen und Frauenvereinigungen sowie Gleichstellungsinitiativen ist gefährdet.

Mit diesem Haushaltentwurf erfüllt der Freistaat Sachsen den Verfassungsauftrag Artikel 8 „Die Förderung der rechtlichen und tatsächlichen Gleichstellung von Frauen und Männern ist Aufgabe des Landes.“ nicht.