Sächsische LINKE kritisiert: Zunahme von Sozialbestattungen

In Sachsen nehmen Sozialbestattungen  trotz Wirtschaftsaufschwung zu. Dies ist Fingerzeig auf mehr Altersarmut +++

In einer Mitteilung des Landtagsabgeordneten Dietmar Pellmann (Die LINKE) zur Antwort der Staatsregierung auf die Kleine Anfrage „Sozialbestattungen 2012 in Sachsen“ (Landtags-Drucksache 5/11163) erklärt der Fragesteller und sozialpolitische Sprecher der Fraktion DIE LINKE Dr. Dietmar Pellmann: 

„Wer angenommen hatte, dass wegen des zwischenzeitlichen wirtschaftlichen Aufschwungs die Zahl der Sozialbestattungen in Sachsen sinken würde, hat sich verkalkuliert. Die Meldungen aus den sächsischen Landkreisen und kreisfreien Städten belegen vielmehr, dass die zuständigen Sozialämter im vergangenen Jahr sachsenweit in 2.261 Fällen ganz oder teilweise für die Begleichung der Bestattungskosten aufkommen mussten. Das war gegenüber 2011 ein Anstieg um neun Prozent. Die dafür anfallenden Sozialhilfeausgaben verharrten 2012 bei insgesamt 2,7 Millionen Euro.

Sehr unterschiedlich stellt sich die Lage in den jeweiligen Landkreisen und kreisfreien Städten dar. So entfällt fast ein Drittel der Ausgaben allein auf die kreisfreie Stadt Leipzig, die mit 468 auch die mit großem Abstand meisten Sozialbestattungen aufzuweisen hatte. Aber auch in Dresden und Chemnitz kam es zu einem Ausgabenanstieg gegen den Trend in den Landkreisen. Hauptgrund dafür dürfte das höhere Preisniveau für Bestattungen in den großstädtischen Ballungszentren, aber auch eine stärkere Konzentration von Altersarmut sein.

Angesichts des zu erwartenden Anstiegs von Altersarmut in den nächsten Jahren, dürfte auch die Zahl derer zunehmen, die keine Vorsorge für ihre Bestattung leisten können“, so Pellmann.