Sächsische Schüler müssen sich entscheiden

Am 1. März 2013 erhalten rund 29 000 Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe 4 an den Grundschulen im Freistaat Sachsen die Bildungsempfehlung für eine weiterführende Schulart. +++

Die Empfehlung wird den Eltern schriftlich bekannt gegeben. Bis zum 8. März müssen die Eltern ihre Kinder an einer Mittelschule oder an einem Gymnasium ihrer Wahl anmelden. Das gilt auch für Schüler der Klassenstufe 4 der Förderschule, sofern kein sonderpädagogischer Förderbedarf in den Förderschwerpunkten Lernen und geistige Entwicklung festgestellt wurde.
 
Kultusministerin Brunhild Kurth appellierte an die Eltern, den weiteren Bildungsweg ihrer Kinder sorgfältig abzuwägen: „In Sachsen führen viele Wege zum Erfolg. Wichtig ist in erster Linie, dass der Schüler beim Lernen gut vorankommt und Erfolgserlebnisse hat. Eine berufliche Karriere über Abitur und Studium kann neben dem Gymnasium auch über die Mittelschule und das Berufliche Gymnasium beschritten werden.“ Im vergangenen Schuljahr haben rund 20 Prozent der Schüler mit einem guten Realschulabschluss am Beruflichen Gymnasium weitergelernt.

Die Ministerin machte die Eltern zudem darauf aufmerksam, dass für das kommende Schuljahr die Mittelschule zur Oberschule weiterentwickelt wird. „Gerade für Kinder, die praktischer veranlagt sind oder mehr Zeit für den Sprung auf das Gymnasium brauchen, ist die Oberschule die richtige Wahl“, so Kurth. Die qualitative Weiterentwicklung der Mittelschule zur Oberschule verbessert die Durchlässigkeit und Anschlussfähigkeit zwischen den Schularten. So werden in den Klassenstufen 5 und 6 für leistungsbereite Schüler Leistungsgruppen mit jeweils zwei Wochenstunden angeboten. Außerdem wird die 2. Fremdsprache ab Klasse 6 mit drei Wochenstunden flächendeckend eingeführt. „Damit erleichtern wird den Wechsel an ein allgemeinbildendes Gymnasium“, erklärte Kurth. So könnten zum Beispiel „Spätstarter“, die nach der 4. Klasse noch nicht so weit sind, über die Oberschule nach der 6. Klasse leichter aufs Gymnasium wechseln. „Das nimmt zugleich auch Druck von den Eltern, sich für ihr Kind nach der 4. Klasse für Mittelschule oder Gymnasium entscheiden zu müssen“, so Kurth weiter.
„Die Bildungsempfehlung nimmt keine Abschlüsse vorweg, sondern hilft, den passenden Bildungsweg für jeden einzelnen Schüler zu finden“, machte die Ministerin zudem deutlich. Eltern, die sich noch nicht sicher seien, sollten Rat bei den Lehrern suchen und gemeinsam mit den Kindern entscheiden.

Die Bildungsempfehlung für das Gymnasium wird erteilt, wenn die Schüler in den Fächern Mathematik, Deutsch und Sachunterricht einen Notendurchschnitt von 2,0 und besser haben. Das heißt, eine Note 3 kann innerhalb dieser Fächer mit einer Note 1 ausgeglichen werden. Keines dieser Fächer darf aber mit der Note 4 oder schlechter bewertet worden sein. Zudem muss das Lern- und Arbeitsverhalten erwarten lassen, dass die Schüler den Anforderungen des Gymnasiums gewachsen sind.

Auch für die rund 29.100 Sechstklässler gibt es eine verpflichtende Bildungsempfehlung an öffentlichen und staatlich anerkannten freien Mittelschulen (betrifft 17.000 Schüler) und eine Schullaufbahnempfehlung an öffentlichen und staatlich anerkannten freien Gymnasien (12.100 Schüler). Auf deren Grundlage erfolgt die Beratung zur weiteren Schullaufbahn, zu den Fähigkeiten und Neigungen des Schülers sowie zu den individuellen Fördermaßnahmen. Die Gespräche mit den Eltern der Schüler der Klassenstufe 6 des Gymnasiums zur Schullaufbahnempfehlung sollen bis zum 15. Mai 2013 durchgeführt werden.

Erfüllt ein Schüler die Anforderungen für den Besuch des allgemeinbildenden Gymnasiums erst am Ende des Schuljahres, erhält er am 4. Juli 2013 eine zweite Bildungsempfehlung. Der Antrag auf Aufnahme am Gymnasium muss dann spätestens bis zum 15. Juli eingereicht werden. Schüler, die keine Empfehlung für das Gymnasium erhalten, aber die Eignungsprüfung bestanden haben, müssen ihren Antrag bis zum 27. März 2013 stellen.
 
Im Schuljahr 2011/2012 hatten an Grundschulen in öffentlicher Trägerschaft 46 Prozent (rund 12.200 Schüler) eine Bildungsempfehlung für das Gymnasium und 54 Prozent (rund 14.400 Schüler) für die Mittelschule erhalten.

Quelle: Sächsisches Ministerium für Kultus

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