Sächsischer Wald im stabilem Zustand

Der Zustand des sächsischen Waldes ist auch im Internationalen Jahr der Wälder stabil, das ergab der diesjährige Waldzustandsbericht. +++

„Von kleineren Beschwerlichkeiten abgesehen, erfreut sich unser Wald guter Gesundheit“, so Forstminister Frank Kupfer heute (21. Dezember 2011) bei der Vorstellung des Waldzustandsberichts 2011 in Dresden.

Trotz erhebliche Wetter-Schwankungen 2011 waren die Wuchsbedingungen für den Wald insgesamt günstig. So haben der schneereiche Winter, das trockene, warme Frühjahr, der niederschlagsintensive Sommer und der vergleichsweise moderate Herbst den Wald nicht Schaden können.

„Insbesondere das reichliche Wasserangebot in den Sommermonaten kam den Bäumen zugute und machte dem Borkenkäfer frühzeitig den Garaus“, analysierte Kupfer die diesjährige Vegetationsperiode“.

Wesentliche Ergebnisse der Waldzustandserhebung 2011:

Der Kronenzustand der Waldbäume in Sachsen ist im Jahr 2011 gegenüber dem letzten Jahr im Wesentlichen unverändert geblieben. Insgesamt ist der Gesundheitszustand des Waldes als gut zu bewerten. Der Kronenzustand der Laubbäume bleibt aber weiterhin deutlich schlechter als der der Nadelbäume. Nennenswerte Waldschäden durch Witterungsereignisse und Forstschädlinge traten im Jahr 2011 nicht auf.

Mit 16,5 % ist die mittlere Kronenverlichtung aller Baumarten nahezu unverändert (2010: 16,1 %). In der Einteilung der Ergebnisse der Waldzustandserhebung in Kombinationsschadstufen, die sich aus Verlichtungs- und Verfärbungsgrad der Baumkronen ergeben, wurden 2011 in Sachsen 43 % als gesund (ohne erkennbare Schadmerkmale), 41 % als schwach geschädigt und 16 % der Bäume als deutlich geschädigt eingestuft. Damit ist der Anteil gesunder Bäume unverändert zum letzten Jahr und seit 2008 auf relativ hohem Niveau. Eine leichte Verschiebung um zwei Prozentpunkte hat sich von den leicht zu den deutlich geschädigten Bäumen ergeben.

Für die Fichte weist die aktuelle Waldzustandserhebung einen mittleren Nadelverlust von 14,9 % auf. Deutliche Schäden wurden an 16 % der Fichten diagnostiziert, was eine leichte Zunahme gegenüber 2010 (14 %) darstellt. Positiv wirkten sich die beiden feuchten Sommer 2010 und 2011 aus. Die feuchte Sommerwitterung in Verbindung mit einem schnellen Abtransport des angefallenen Wurf- und Bruchholzes im Winter und Frühjahr führte zu einem sehr entspannten Borkenkäferjahr. Die landesweit registrierte Zahl neu befallener Fichten lag nochmals deutlich unter der geringen Zahl des Vorjahres.

Die mittleren Nadelverluste bei der Kiefer betragen in diesem Jahr 15,3 %. Der Anteil deutlich geschädigter Kiefern 2011 ist mit sieben Prozent auf dem positiv niedrigen Niveau von 2010 geblieben. Die Kiefer ist periodisch wiederholt Massenvermehrungen verschiedener forstlich relevanter Schädlinge ausgesetzt, deren Populationsdichten im Rahmen des Forstschutzmeldewesens kontinuierlich überwacht werden. Im letzten Jahr deutete sich ein Populationsanstieg der Schmetterlingsart Nonne an, der sich in diesem Jahr offensichtlich fortsetzt. Im Jahr 2012 ist lokal in einzelnen regionalen Schwerpunkten mit ersten Fraßschäden zu rechnen. Von anderen potenziell gefährlichen Schadinsekten der Kiefer geht derzeit keine Gefährdung aus.

Die Eichen zeigen von Natur aus eine hohe Variabilität in der Belaubung. Mit einem aktuellen Anteil von 43 % deutlich geschädigter Bäume, was eine erhebliche Zunahme gegenüber dem Vorjahr bedeutet, und großen Unterschieden von Bestand zu Bestand, ist der Belaubungszustand der Eichen in Sachsen als sehr heterogen einzustufen. Ursachen hierfür im Jahr 2011 sind in erster Linie Spätfrostschäden und Insektenfraß.

Die Buche übertrifft bei den deutlich geschädigten Bäumen mit 56 % den bisherigen Höchstwert von 2009 (53%). Wie schon im Jahr 2009 steht der diesjährige Belaubungszustand der Rotbuche in Zusammenhang mit einer ausgeprägten Fruktifikation. 83 % aller älteren Buchen tragen 2011 mittleren bis starken Fruchtbehang. Dies führt nicht nur zu einer ohnehin geringeren Zahl von Blättern. Die für die Ausbildung der schwersamigen und nährstoffreichen Bucheckern erforderliche Stoffmobilisierungen schwächt die Bäume zusätzlich.

Die auffälligen regionalen Unterschiede im Kronenzustand aus den Vorjahren haben sich 2011 weitgehend ausgeglichen. Lediglich das Tiefland (Mittleres nordostdeutsches Altmoränenland/Düben-Niederlausitzer Altmoränenland) mit wenig deutlich geschädigten Bäumen (7 %) und die östlichen Gebirge (Elbsandsteingebirge/Oberlausitzer Bergland/Zittauer Gebirge) mit den abermals höchsten Anteilen deutlicher Schäden (22 %) heben sich von den anderen Gebieten ab.

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Quelle:  Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft

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