Salzfuhrwerk macht auf dem Weg nach Prag Halt in Zschopau

Oberbürgermeister Baumann tauscht 10 Flaschen Lauterbacher gegen zwei Säcke Salz

Vor gut 1000 Jahren gab es bereits eine Vielzahl von sogenannten Salzsteigen, auf denen das damals kostbare Salz – produziert im Raum Halle – als Handelsware nach Prag gefahren wurde. Damals, das Erzgebirge war noch nicht besiedelt, sprach man von den sächsischen Salzstraßen und den „Böhmischen Steigen“.

Verschiedene Routen führten aus dem Raum Halle ins Böhmische – teils über Waldheim, Sayda und Neuhausen sowie Most nach Prag, teils über Altenburg, Lößnitz und Löy zum gleichen Ziel, aber eben auch über Clausnitz und Zschopau ins Böhmische. An diese Route erinnert noch Heute eine Erinnerungstafel direkt an der Zschopaubrücke.

Der Verein „Alte Salzstraße Halle-Prag e.V.“ möchte an diese Tradition erinnern und startete am Sonntag in Lößnitz mit einem Salzfuhrwerk nach Prag. Auch wenn die direkte Strecke „nur“ rund 165 Kilometer lang ist, ist der am Wagen befestigte Wegweiser „Lößnitz – Prag 300 Kilometer“ nicht unberechtigt. Denn die Akteure wählen nicht den direkten Weg, sondern steuern auch andere Ziele an. So Kadan, die Partnerstadt von Aue. Am Montag war Zschopau Ziel der Fahrt. Hier bestand das Ziel darin, Salz zu tauschen. Es waren nicht wenige Zschopauer, die das Fuhrwerk in Zschopau auf dem Markt begrüßten und in den Schlosshof von Schloss Wildeck begleiteten.

Oberbürgermeister Baumann lies sich nach einigem Verhandeln die Zusage abringen, zwei Säcke Salz gegen 10 große Flaschen Lauterbacher einzutauschen. Wie der Tausch intern verbucht wird, wird er sicher noch mit seinem Kämmerer besprechen.

Nachdem sich sowohl die beiden Warmblüter als auch die Kutscher Helmut Roth und Christian Suhr gestärkt hatten, ging es bei einsetzendem Dauerregen weiter über Krumhermersdorf nach Lengefeld. Alle Fotos sowie ein Video auf http://digitalpilot.de