Sarrasani feiert großes Jubiläum

Sarrasani feiert sein 110-jähriges Bestehen. Zu diesem Jubiläum wird es eine Lesung mit der Sarrasani-Geschichte in Meißen mit dem Sarrasani-Biograf Ernst Günther und Ingrid Sarrasani geben. +++

Am 30. März feiert Sarrasani sein 100 -jähriges Bestehen.

In Sachsen sagt man: „Sarrasani gehört zu Dresden wie der Zwinger.“ Den Grundstein für diesen unternehmer-ischen Erfolg legte ein künstlerisches Genie, der Dressurclown Hans Stosch. Unter dem Künstlernamen Sarrasani erheiterte er sein Publikum mit Tierdressuren, bis er 1901 in Radebeul den „größten Circus der Jetztzeit“ aufbaute und  damit zielstrebig die Circuswelt eroberte. Am 30. März 2012 jährt sich die Sarrasani-Weltpremiere in Meißen zum 110. Mal. Auf den Tag genau liest Ernst Günther, Journalist, Schriftsteller und Circusforscher, unter dem Motto „Meißen feiert 110 Jahre Sarrasani“ aus seinen Sarrasani-Büchern.  Dabei werden die Besucher  erstmals erfahren, weshalb sich der junge Circusdirektor ausgerechnet für die Porzellanstadt entschied und was es mit Sarrasanis legendärer „Meißner Romanfabrik“ auf sich hat.  Oberbürgermeister Olaf Raschke stellte dafür eigens den historischen Ratssaal zur Verfügung. André Sarrasani steuert eine kleine Ausstellung bei.  Ehrengast ist die Grand Dame des deutschen Circus Ingrid Stosch-Sarrasani. Die  Lesung beginnt  19.00 Uhr.

Seit 1960 forscht der Journalist und Schriftsteller Ernst Günther über die Geschichte der Sarrasanis und hat dazu mehrere Bücher verfasst, darunter den Bestseller „Sarrasani wie er wirklich war“ (drei Auflagen mit insgesamt 52 000 Exemplaren) und den Anekdoten-Longseller „Der lachende Sarrasani“.  Zum Jubiläum am 30. März wird  sein jüngstes Werk „Sarrasani – Geschichte und Geschichten“  im Mittelpunkt stehen. Es basiert auf den neuesten Forschungs-ergebnissen und spannt den Bogen bis zu André Sarrsasanis Trocadero Dinner-Variétheater. 

Am Tag des Jubiläums weilt André Sarrasani in der Ferne.  Mit einem hochkarätigen Circusprogramm in eigenen Zelten und seinem weißen Tiger Kaya gastiert er bis 6. April in Abu Dhabi. An der Premiere am 22. März nahm auch seine Mutter Ingrid Stosch-Sarrasani teil.  Rechtzeitig zurück, wird sie in Meißen davon berichten. 

Vom Wandercircus zum Entertainment-Unternehmen

Begonnen hat die Geschichte Sarrasanis im Jahr 1892, als Hans Stosch (1873-1934)  beschloss, Dressurclown zu werden und unter dem Namen Giovanni Sarrasani mit Affen, Gänsen, Schweinen, Hunden und Esel in Circussen und Varietés aufzutreten. Schnell war sein Name bekannt und gefragt.  1901 siedelte er sich in Radebeul bei Dresden an und baute mit bereitwilliger Unterstützung der Einheimischen in aller Stille einen modernen Zeltzirkus auf.  Entgegen der Legende vom „winzigen Circuslein“ fand die Weltpremiere in Meißen in einem prachtvollen Zeltbau mit 3 600 Sitzplätzen, erstmals elektrischer Beleuchtung  „und allem Komfort“ statt. 

Im Herbst desselben Jahres kaufte Hans Stosch-Sarrasani in Hagenbecks Dressurschule in Hamburg seinen  ersten Elefanten, der Rad fahren konnte. Elefanten wurden schließlich sein Markenzeichen.  1912 eröffnete er in Dresden seinen Circuspalast, Europas größtes und modernstes Circusgebäude. 1913 holte er die ersten Original-Indianer aus den USA und inszenierte hier das gigantische Showbild „Wild-West“. Zehn Jahre nach der Weltpremiere gehörten zum Circus 800 Bedienstete und Artisten, 250 Pferde, 100 Raubtiere und 27 Elefanten.  Nach dem ersten Südamerika-Gastspiel 1923 bis 1925 initiierte „der große alte Herr“ den ersten und einzigen Automobilcircus mit über 200 Fahrzeugen.

Während des zweiten Südamerika-Gastspiels 1934 bis 1936 starb der Circusgründer 1934 in Sao Paulo. Sein Sohn Hans Stosch-Sarrasani jun. übernahm den reisenden Großbetrieb.  Da er bereits 1941 verstarb, wurde seine junge Frau Trude Stosch-Sarrasani  die Direktions-Nachfolge. Nach der Zerstörung des Dresdner Circustheaters wanderte sie 1948 nach Argentinien aus, wo sie wieder einen Circus Sarrasani  ins Leben rief.  Dieser wurde 1950 auf Initiative von Evita Péron zum Argentinischen Nationalcircus erhoben.

In Deutschland gründete der langjährige Sarrasani-Vertraute Fritz Mey einen neuen Circus Sarrasani, dem rasch der Weg an die Spitze gelang. 1980 übernahm seine Lebensgefährtin  Ingrid Stosch-Sarrasani die Leitung und gab dem Unternehmen neue künstlerische Impulse.

2000 trat Sohn André mit Elan an ihre Stelle. Als Verkörperung der sechsten Direktorengeneration entwickelt er den Traditionscircus zum modernen Entertainment-Unternehmen.  Es basiert auf vier Säulen: dem Sarrasani Trocadero Dinner-Variétheater, das alljährlich von November bis Februar in Dresden  internationale Varietékunst mit erlesener Gourmetküche verbindet; der Tourneeproduktion Sarrasani Circussterne, die durch ausgesuchte Städte tourt;  der Zeltvermietung und Künstlervermittlung sowie

André Sarrasani selbst, der als  Magier, Entertainer,   Moderator und Präsentator oder Referent zu Wirtschaftsfragen gebucht werden kann.

Quelle: Sarrasani

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