Schärfste Bußgelderhöhung aller Zeiten

Mit bis zu doppelt so hohen Strafen greift der Bund jetzt gegen Verkehrssünder durch.

Leif Woidtke, Leiter des Polizeirevier Aue: „Die Neuerung sind darin begründet, dass es Ziel ist, die Anzahl der Verkehrsunfälle zu senken – im Allgemeinen und insbesondere die Anzahl der Verkehrsunfälle mit schweren Folgen.”

2007 starben allein in Sachsen 236 Menschen infolge eines Verkehrsunfalls. Dabei ist die häufigste Unfallursache immer noch überhöhte Geschwindigkeit.

„Zielgruppe sind insbesondere die Hauptunfallursachen, dass die zurückgedrängt werden. Das wäre zum einen, unangepasste Geschwindigkeit, Vorfahrtsverstöße, Verstöße gegen das Alkohol- und Drogenverbot im Straßenverkehr und auch die Umsichtnahme gegenüber schwächeren Verkehrsteilnehmern, wie Fußgängern.”, so Woidtke.
Ein Beispiel: Allein im Revierbezirk Aue starben 2008 sechs Menschen bei Verkehrsunfällen. Drei davon waren zu Fuß unterwegs.

So sollen die hohen Geldstrafen vor allem zur Vorsicht mahnen.Denn wer jetzt das Tempolimit innerorts um 21 bis 31 Stundenkilometer überschreitet, zahlt 80 Euro statt bisher 50 Euro. Drängler werden mit bis zu 400 Euro bestraft. Und wer bei Rot über eine Ampel fährt oder ein Überholverbot missachtet, muss jetzt bis zu 100 Euro berappen. Wer sich betrunken ans Steuer setzt und erwischt wird, muss jetzt mit einem Bußgeld von bis zu 1500 Euro statt bisher 750 Euro rechnen. Zusätzlich erwarten den Verkehrssünder vier Punkte in Flensburg und ein Fahrverbot von 3 Monaten. Gleiches gilt für den Missbrauch von Drogen. Doch wie Leif Woidtke vom Polizeirevier Aue weiß, hat sich im neuen Bußgeldkatalog nicht alles geändert.

Leif Woidtke: „Nicht geändert haben sich die Sätze bezüglich der Geschwindigkeitsübertretung bis 20 km/h innerorts. Erhöht worden sind dann die Bußgeldsätze für die Verstöße, die 21 km/h aufwärts bedeuten.”

Erhöht wurden übrigens nur die Geldstrafen, nicht aber eine mögliche Punktezahl in Flensburg oder die Dauer von Fahrverboten. Ein weiterer Trost: Im Vergleich zu unseren Nachbarländern, sind unsere Bußgelder immer noch verhältnismäßig niedrig.

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