Schickt der Winter zum Monatsende erste Grüße?

Mittwochmittag, 13 Uhr in Deutschland: Erfurt minus 1 Grad, Gera plus 8 Grad. Erfurt in der dicken Nebelsuppe, keine 80 Kilometer weiter in Gera strahlender Sonnenschein.

Dieses Bild ist in den letzten Tagen typisch. Hoch Otto sorgt für ein echtes Wetterwirrwarr. Während sich die einen sonnen dürfen, müssen die anderen im Wintermantel mit Schaal und Handschuhen durch die Gegend laufen.

„Wie angekündigt bringt Hoch Otto stellenweise schön sonniges Herbstwetter, aber eben auch dicken Nebel. Manchmal liegen zwischen herrlichem Sonnenschein und Dauergrau nur wenige Kilometer. An der einen Stelle löst sich der Nebel auf, an der anderen bleibt es dicht und kalt. So gab es am Mittwochnachmittag im bei Münster, Düsseldorf oder Meppen frühlingshafte 12 bis 14 Grad, während in Fritzlar in Hessen nur 1 Grad gemessen wurde“ erklärt Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterportal wetter.net.

Auch das Thema Frost rückt in diesen Tagen immer mehr in den Fokus. Der Mittwochmorgen brachte Tiefswerte bis minus 5 Grad, direkt am Erdboden wurden sogar Werte bis minus 8 Grad gemessen. Zusammen mit dem Nebel machte das ganzen vor allem den Autofahrern das Leben schwer: zuerst mussten Sie den morgendlichen Frühnebel von ihren Autos kratzen, der war nämlich dick auf den Scheiben festgefroren, später mussten sie dann beim Fahren besonders vorsichtig sein- es bestand die Gefahr von Reifglätte!

Auch heute Morgen war es wieder richtig winterlich kalt: in Cottbus und Hoyerswerda wurden minus 5 Grad gemessen. In Zwiesel im Bayerischen Wald ging es runter bis auf minus 7 Grad. Noch kälter war es direkt über dem Erdboden. Hier wurden in Berlin frostige minus 8 Grad gemessen. In Hoyerswerda sogar satte minus 10 Grad.

Otto bleibt uns zumindest mit seinem Einfluss auch in den nächsten Tagen erhalten. Dabei bringt Otto weiterhin mal Sonne, mal Nebel. Im Nebel bleibt es frühwinterlich kalt, denn dort wird nicht mal die 5-Grad-Marke erreicht. Sobald sich aber die Sonne durchsetzen kann, geht´s rauf auf 10 bis 14 Grad. Die besten Chancen auf Sonne und Wärme haben dabei die höheren Lagen der Mittelgebirge.

Erst am Sonntag ziehen aus Westen Wolken mit Regen auf, viel Niederschlag wird es aber nicht geben. Insgesamt geht die trockene Wetterphase weiter.

Aber: Es tut sich langsam aber sicher etwas in Sachen Winter mit Kälte und Schnee!

„Das merkt man beispielsweise daran, dass Hobbymeteorologen in einschlägigen Wetterforen so langsam in Aufregung verfallen, wenn sie einen Blick auf Ende November wagen und aufgeregt über einen möglichen „Wintervorstoß“ sprechen. Was meinen sie damit? Nun ja, die Wettermodelle reichen bis ca. 14 Tage in die Zukunft und dort sind in der Tat seit einigen Tagen für Ende November erste Anzeichen für Kälte und Schnee bis ins Flachland zu erkennen“ erklärt Wetterexperte Jung. Damit steigen die Wahrscheinlichkeiten für den ersten größeren Wintereinbruch der Saison.

Wie sich die Situation in den kommenden Tagen genau entwickeln wird, darüber werden wir Sie auf dem Laufenden halten. Der Winter bezieht in den nächsten Tagen jedenfalls Richtung Osteuropa Stellung. Über Russland sinken die Tageswerte auf unter minus 15, teilweise sogar unter minus 20 Grad, wie die nachfolgende Grafik zeigt. Auch für Deutschland werden Ende November nur noch Werte zwischen 0 und 5 Grad erwartet, in Süddeutschland könnte es dann sogar noch kälter sein. Warten wir ab, wie sich das ganze in den kommenden Tagen weiterentwickelt. Vielleicht wird schon bald das dicke Kältepolster angezapft…