Gesundheitsterminal: direkter Draht zur Krankenkasse

Leipzig - In der Helios Klinik in Schkeuditz wurde ein neues Gesundheitsterminal in Betrieb genommen. Dabei handelt es sich um eine Art digitalen Schreibtisch, der Patienten den Kontakt zur Krankenkasse erleichtern soll. Es ist das 48. von insgesamt 225 Geräten, die bis Ende 2020 in Sachsen installiert werden sollen.

Für gesetzlich versicherte Krankenkassenpatienten gibt es in der Helios Klinik in Schkeuditz ein neues Angebot: das Gesundheitsterminal. Dieses Gerät soll als eine Kommunikationsplattform zwischen Patienten und Krankenkassen dienen.

Die Geschäftsführerin der Helios Klinik, Melanie Rosche, hält den Automaten für sinnvoll. Sie sei stolz, dass ihre Klinik nun die dritte sächsische Klinik mit solch einem Terminal ist.

Ähnlich wie ein Geldautomat

Das Gerät bündelt viele Funktionen und ähnelt einem Geldautomaten. Mithilfe der elektronischen Gesundheitskarte identifziert das Gerät den jeweiligen Patienten und bietet ihm eine Vielzahl an Optionen: Das Gerät kann sämtliche Formulare, die mit der Krankenkasse zusammen hängen, wie Krankenschein oder Krankenhausberichte, an die jeweilige Kasse weiterleiten. Außerdem ist es mithilfe einer Kamera möglich, ein neues Lichtbild für die Gesundheitskarte zu erstellen. Patienten können auch nach Ärzten in der Nähe suchen, ihren Body-Mass-Index berechnen sowie ICD-Diagnosecodes über einen Diagnoseübersetzer entschlüsseln.

© Leipzig Fernsehen

Simpel, schnell und serviceorientiert

Für das Terminal sind weder eine eigene Internetverbindung noch eine zusätzliche Registrierung nötig. Die Daten werden über Funkverbindung weitergeleitet. Sie werden nicht auf dem Gerät und auch nicht bei der Betreibergesellschaft DeGIV (Deutsche Gesellschaft für Infrastruktur und Versorgungsmanagement) gespeichert. So sollen Patienten einen einfachen Zugang zu ihrer Krankenkasse bekommen und Zeit und Wege sparen.

Erst zwei Krankenkassen vertreten

Schwachstelle der Gesundheitsterminals ist, dass aktuell lediglich zwei Krankenkassen beteiligt sind. Daher ist das vollständige Angebot bisher nur für Patienten der IKK classic und der DAK-Gesundheit zugänglich. Versicherte anderer Krankenkassen haben nur eingeschränkten Zugriff, können aber trotzdem zum Beispiel die Arztsuche, den ICD-Diagnoseübersetzer oder den Zuzahlungsbefreiungsrechner nutzen.

Wie geht es weiter?

In Sachsen sind 225 solcher Terminals geplant, die bis 2020 in verschiedenen Krankenhäusern, Apotheken und medizinischen Versorgungszentren installiert werden sollen. Die Geräte sind Teil des eHealthSax-Projektes. Das sächsische Sozialministerium unterstützt die Errichtung der "digitalen Schreibtische" mit Fördergeldern.

© Leipzig Fernsehen