Schlechtere Zuganbindung an Berlin

„Die Deutsche Bahn ermöglicht jetzt zwar den Nonstop-Gütertransport bis nach Peking, kümmert sich aber immer weniger um die Zugverbindungen in ihrem Heimatland,“ kritisiert die Handwerkskammer Dresden.

Mit dem neuen Winterfahrplan verschlechtern sich erneut die Fernverkehrsanbindungen der Sächsischen Landeshauptstadt. Der Präsident der Handwerkskammer Dresden, Claus Dittrich, hat sich in einem Brief an den Bahnvorstand darüber beschwert, dass sich die Fahrt nach Berlin ab Dezember 2008 noch einmal um 6 Minuten verlängert.

Dabei fordern Wirtschaft und Politik aus der Region Dresden seit Jahren eine bessere Zuganbindung Dresdens, gerade in die Hauptstadt Berlin. Präsident Dittrich erkennt in dem vorgelegten Fahrplan der Bahn, die Notwendigkeit, dass die Politik die Deutsche Bahn AG nicht in die völlige unternehmerische Freiheit entlässt.

Die Bahn hat einen verfassungsrechtlich festgeschriebenen Infrastrukturauftrag zu erfüllen. Wir freuen uns, dass die Bahn international wettbewerbsfähig und weltweit erfolgreich ist. Aber nicht um den Preis der Vernachlässigung ihrer Pflichten in Deutschland. Dresden ist Landeshauptstadt und ein wirtschaftlich prosperierender Standort.

Die Bahn hat auf der Strecke Dresden Berlin seit Jahren kaum noch investiert. Die Anzahl der täglich verkehrenden Züge wurde verringert und ihre Ausstattung ist veraltet. Langsamfahrstellen wurden in den normalen Fahrplan integriert, so dass sich die Fahrzeit immer weiter verlängerte. Bereits heute ist die Fahrzeit von der sächsischen in die deutsche Hauptstadt 32 Minuten länger als vor dem Zweiten Weltkrieg. Damals hießen die Brennstoffe noch Koks und Kohle. Heute gibt es Strom-Hochspannungsleitungen und ICESchnellzüge. Es wird Zeit, dass die Strecke Dresden Berlin in diesem Zeitalter ankommt.

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