Schließung des Chemnitzer Call-Centers

Der Quelle-Versandhandel schließt sein Call-Center in Chemnitz und baut damit knapp 200 Arbeitsplätze ab.

Diese Nachricht traf die betroffenen Angestellten am Freitagnachmittag wie ein Faustschlag ins Gesicht. Ab Juni stehen sie nun vor einer ungewissen Zukunft.

Der Europark an der Schulstraße in Chemnitz. Seit 1998 betreibt der Quelle-Versandhandel Primondo hier im hinteren Teil ein Callcenter. 10 Jahre, in denen die Angestellten gute Arbeit leisteten, mittlerweile mit veralteter Technik, denn investiert wurde nicht viel.

Um so härter traf es am Freitagnachmittag die 195 Angestellten, als sie erfuhren, dass das Callcenter Ende Mai dichtgemacht werden soll – Begründung: die Infrastruktur stimmt nicht mehr, die Technik ist veraltet. Eine Nachricht, die Wut und Trauer auslöste. Eine Situation, die auch Leipzig und Essen betrifft. Auch sie sind von der Schließung betroffen – insgesamt 560 Mitarbeiter stehen damit vor dem aus. Hier stehen angeblich zu hohe Personalkosten zu Buche.

Das Unternehmen habe sich zwar um den Verkauf des Callcenters in Chemnitz bemüht, jedoch ohne Erfolg. Klar, wer kauft schon ein Callcenter mit veralteter Technik. Ein Grund, der auch der Gewerkschaft ver.di klar auf der Hand liegt, hier konnte man sich bereits im Vorfeld die Katastrophe denken.

Immerhin wurden und werden, laut Primondo, neue Callcenter in Berlin, Magdeburg und Cottbus gebaut, während in die alten nicht mehr investiert wurde.

Die Angestellten müssen nun das Beste aus der Situation herausholen, Interessenausgleich und Sozialplan wurden seitens des Arbeitgebers angekündigt, der Anwalt seitens des Betriebsrates eingeschaltet. Auch die Gewerkschaft will die Angestellten unterstützen, doch viel wird nicht zu machen sein. Und mit einem Arbeitsplatz ist es sowieso nicht vergleichbar.

Der Mitarbeiter ist das Kapital einer Firma – ein Fakt, der in diesem Fall das Unternehmern allerdings herzlich wenig zu interessieren scheint.

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