Schlimme Zustände in Wohnheimen für Asylbewerber in Dresden?

In Dresden gibt es offenbar diskriminierende Zwangsunterkünfte für Asylbewerber und geduldete Flüchtlinge. Dazu findet am Donnerstag 18. Februar, 19.00 Uhr im Haus an der Kreuzkirche eine Podiumsdiskussion statt. +++

Pressemitteilung vom Ökumenischen Informationszentrum Dresden e.V., Ring Politischer Jugend Sachsen e.V. in Kooperation mit der GrünenJugend Sachsen und die Kampagne gegen Ausgrenzung von Asylsuchenden:

Die Landeshauptstadt Dresden leistet sich immer noch diskriminierende Wohnheime für AsylbewerberInnen und geduldete Flüchtlinge. Diese Zwangsunterkünfte verletzen elementare Grundrechte der BewohnerInnen: Menschen, die sich nicht kennen, müssen in engen Zimmern miteinanderauskommen, Familien mit Kleinkindern sind oft auf Gemeinschaftssanitärräume und eine Küche pro Etage angewiesen. Gezwungenermaßen im Heim wohnen bedeutet Kontrolle durch Sozialamt und Heimleitung. Erzwungene Untätigkeit, Bevormundung und Isolation führen bei vielen HeimbewohnerInnen zu schweren psychischen Problemen. Das Wohnen im Heim erschwert, ja verhindert die Integration der Menschen, denn eine Voraussetzung für Integration ist ein Mindestmaß an Selbstbestimmung. Die Pflicht im Heim zu wohnen bedeutet Ausgrenzung aus der Gesellschaft.

Laut Gesetz hat jede Kommune die Option, geduldete Flüchtlinge und AsylbewerberInnen in Wohnungen, so genannten dezentralen Unterkünftenwohnen zu lassen. Das sächsische Flüchtlingsaufnahmegesetz sieht die Unterbringung in Sammelunterkünften nicht zwingend vor. Privates Wohnen ist prinzipiell zulässig Großstädte wie Chemnitz und Leipzig machen davon Gebrauch. Dort wohnen bereits bis zu 2/3 der Betroffenen in normalen Wohnungen.

Das Sozialamt der Stadt Dresden jedoch bewilligt nur in ca. 30 % der Fälle das Wohnen in Wohnungen. Der politische Wille zur Kontrolle und Repression von Flüchtlingen und AsylbewerberInnen hat Priorität und lässt die Dresdner Stadtverwaltung sogar bei den Finanzen ein Auge zudrücken: Die Unterhaltung und Verwaltung von Wohnheimen kostet eine Kommune nicht weniger als die dezentrale Unterbringung. 

Dass Möglichkeiten der dezentralen Unterbringung existieren, soll am Beispiel Leverkusen veranschaulicht werden. Dabei sollen die kommunale,die Landes- und Bundesebene einbezogen, sowie über die rechtlichen Rahmenbedingungen informiert werden. Neben der Thematisierung des bisherigen Verlaufs der Diskussion in Dresden sollen verschiedene Entwürfe und Ideen für die Umsetzung dezentraler Unterbringungvorgestellt und diskutiert werden. Wir wünschen uns ein offenes undkonstruktives Gespräch, in dem jede und jeder die Diskussionmitgestalten kann.

Eingeladen sind:
Mohammad al Masalme, Asyl suchend
Elke Zimmermann, Stadträtin Bündnis 90/ DIE GRÜNen,
Frank Stein, Beigeordneter „Bürger und Soziales“ Leverkusen,
Martin Seidel, Beigeordneter für Soziales Dresden (angefragt),Veranstalter ist das Ökumenische Informationszentrum Dresden e.V., der Ring Politischer Jugend Sachsen e.V. in Kooperation mit der GrünenJugend Sachsen und die Kampagne gegen Ausgrenzung von Asylsuchenden.

Veranstalter ist das Ökumenische Informationszentrum Dresden e.V., der Ring Politischer Jugend Sachsen e.V. in Kooperation mit der GrünenJugend Sachsen und die Kampagne gegen Ausgrenzung von Asylsuchenden.

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