Sachsens Schlösser mit leichten Minus

Dresden - Rund 1,97 Millionen Menschen haben vergangenes Jahr die staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten in Sachsen besucht. Das waren knapp 12.000 weniger als im Vorjahr. Vor allem die Sonderausstellungen in Pillnitz sowie in der Albrechtsburg Meißen waren die Besuchermagneten 2017. In diesem Jahr soll u. a. der Große Garten eine neue Beleuchtungsanlage erhalten. 

Trotz Schließung der Festung Dresden im Januar 2017 und trotz des planmäßigen Ausfalls des Dresdner Frühlings im Palais Großer Garten Dresden konnten die Gesamtbesucherzahlen etwa auf dem Niveau des Vorjahres 2016 gehalten werden. Sonderausstellungen in Schloss & Park Pillnitz und in der Albrechtsburg Meissen sowie Wieder- und Neueröffnungen in Großsedlitz und in der Burg Mildenstein waren die Höhepunkte in der Saison 2017. Das Schlösserland betrat im vergangenen Jahr außerdem Neuland: in Schloss Hartenfels in Torgau gestaltete der Bereich Museen erstmals eine Ausstellung in einem nicht staatlichen Schloss im Auftrag eines Landratsamtes. Stille Stars waren unterdessen die Orangenbäumchen, die im Sommer 2017 den Innenhof des Dresdner Zwingers verzauberten.

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»Ein Schatz nicht von Gold – Benno von Meißen, Sachsens erster Heiliger« so der Titel der Sonderschau in der Albrechtsburg Meissen, die als Beitrag zum Reformationsjahr sowohl die
Geschichte des Heiligen Benno als auch die Geschichte seines Mythos zeigte. Die Ausstellung war eine der erfolgreichsten in Sachsen im Rahmen des Reformationsjahres. Etwa 60.000 Besucher interessierten sich für die Geschichte von Benno von Meißen am authentischen historischen Ort. Insgesamt stiegen die Besuchszahlen im Vergleich zum Vorjahr. (2017: 124.746 Besuche | +8,8%)

»Skandal bei Hofe – Luise von Toscana« diese Sonderausstellung über das bewegende Schicksal der ehemaligen Kronprinzessin und einen der ersten Medienskandale lockte mehr als 46.000 Besucher ins Schlossmuseum von Schloss und Park Pillnitz. Dennoch gab es in Schloss & Park Pillnitz insgesamt Besucherrückgänge. (2017: 354.462 Besuche | -11,4%)

Ab Mitte des Jahres rückte der Barockgarten Großsedlitz in den Fokus. Nach fast vier Jahren notwendiger Sanierungsarbeiten vor allem an Wegen, Treppen, Brunnenbecken und der »Stillen Musik« konnte der Park wieder vollständig für Besucher geöffnet werden. Zitrustage, faszinierende Ausstellungen und im September die Wahl des Parks als Präsentationsort für das aktuelle Stollenmädchen überzeugten viele Menschen, den Park in der Saison 2017 zu besuchen. (2017: 61.072 Besuche | +51,6%)

Umsatz, Einnahmen und Aufwendungen

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Insgesamt erwirtschafteten Sachsens Schlösser Burgen und Gärten circa 9,56 Mio. Euro Umsatzerlöse (-2,6%). Zuzüglich Drittmittel und sonstiger betrieblicher Erträge belaufen sich die Einnahmen auf rund 10,49 Mio. Euro, etwa 10.000,- Euro mehr als im Vorjahr. Dem stehen Kosten von insgesamt ca. 20,9 Mio. Euro entgegen. Dabei entfallen auf Personalkosten etwa 11,6 Mio. Euro und auf Materialkosten und Kosten für den betrieblichen Aufwand knapp 9,4 Mio. Euro. Dazu kommen Ausgaben für die Verkehrssicherheit und Baumpflege. Der Zuschussbedarf betrug im Jahr 2017 10,5 Mio. Euro. Insgesamt kann in 2016 ein Betriebsergebnis von 59.650,- Euro erzielt werden. Generell lässt sich feststellen, dass die Erlöse aus Vermietungen (+9,7%), also aus dem Geschäftsbetrieb der gemeinnützigen GmbH gestiegen sind.

Besuchszahlen

Mit insgesamt 1.97 Mio. Gästen besuchten 2017 etwa 12.000 Menschen weniger (-0,6%) als im Jahr 2017 die Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten Sachsens. Angesichts der Schließung der Festung Dresden seit Januar 2017 und dem planmäßigen Aussetzen des Dresdner Frühlings im Palais Großer Garten fällt der Rückgang niedrig aus. Auffällig ist der hohe Besuchszuwachs im Vergleich zu 2016 im Klosterpark Altzella (+37,8%). Grund für den hohen Zuwachs sind unter anderem zwei noch relativ neue Großveranstaltungen, die sich mittlerweile etabliert haben und mehr Publikum nach Altzella locken. Auch in der Albrechtsburg Meissen gab es im Jahr 2017 einen Zuwachs bei den Besuchszahlen. (+8,8%). Hier präsentierte SBG gGmbH vom Mai bis zum November 2017 eine Sonderschau über Benno von Meißen im Rahmen des Reformationsjahres. Schließlich gab es nach der Neueröffnung im Barockgarten Großsedlitz einen signifikanten Anstieg der Besuchszahlen um mehr als die Hälfte. (+51,6%) Generell lässt sich feststellen, dass die Besuche im Geschäftsbetrieb (2017: 740.812 Besuche | +12,3%), besonders bei den Vermietungen und Veranstaltungen gestiegen sind.

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Ausblick auf das Jahr 2018

Im Jahr 2018 präsentiert das Schlösserland Sachsen zwei herausragende Sonderausstellungen im Raum um Dresden. Im Schloss Weesenstein öffnet ab 24. März 2018 die Ausstellung »Bombensicher! Kunstversteck Weesenstein 1945«. Sie thematisiert die bewegenden letzten Kriegsmonate des Zweiten Weltkrieges, in denen Weesenstein und andere Schlösser als vermeintlich „bombensicheres“ Versteck für herausragende Kunstobjekte genutzt wurde. Schloss & Park Pillnitz widmen sich dem letzten sächsischen König, Friedrich August III., der mit einem legendären Spruch abgedankt haben soll. »Macht euern Dreck alleene! Der letzte sächsische König, seine Schlösser und die Revolution 1918« lädt ab 28. April ins Schlossmuseum Pillnitz.

Ab August findet in der Albrechtsburg Meissen die 2. Internationale Porzellanbiennale statt. Wie erfolgreich im Jahr 2016 begonnen, findet mit dieser Biennale internationales, zeitgenössisches Porzellandesign und moderne Porzellankunst wieder in der Albrechtsburg Meissen eine Heimstadt. Am 17. November 2018 startet die beliebte Ausstellung »Drei Haselnüsse für Aschenbrödel« im Schloss Moritzburg. In diesem Winter soll hier der einmillionsten Besucher seit Eröffnung der Ausstellung im Jahr 2009 in Moritzburg begrüßt werden können. Ab 19. Mai 2018 kehren die fast 80 Orangenbäumchen in den Dresdner Zwinger zurück und verzaubern den Innenhof des Dresdner Wahrzeichens wieder mit mediterranem Flair. Die Rückkehr der Orangen in den Innenhof des Dresdner Zwingers gibt einen Vorgeschmack auf eines der großen Projekte im Jahr 2019. Dann wird in der Bogengalerie L eine Erlebnis-Ausstellung zur Geschichte des Dresdner Zwingers Besucher faszinieren. Im Juni des selben Jahres eröffnet die Festung Dresden ebenfalls mit einer Erlebnisausstellung zur Geschichte der einstmals modernsten europäischen Wehranlage.

Baugeschehen 2017 und 2018

Insgesamt setzte der Freistaat Sachsen Bauvorhaben im Volumen von rund 17 Millionen Euro in Schlössern, Burgen und Gärten um.

Rückblick 2017:
Baubeginn:
- Brühlsche Terrasse/Festung Dresden: Umsetzung der musealen Neukonzeption
- Burg Mildenstein, Miruspark Nord
Fertigstellungen:
- Burg Mildenstein, Herrenhaus
- Barockgarten Großsedlitz, Gartenbereiche
- Brühlsche Terrasse/Festung Dresden: Präventivmaßnahme Hochwasser 2013 (Zentrale Technische Anlagen und WC-Anlagen)
- Zwinger Dresden, Wallpavillon
- Schloss Colditz: Terrassenhaus
- Schloss Moritzburg: Terrassensanierung
- Barockschloss Rammenau: Vogelzimmer, Kornblumenzimmer
- Albrechtsburg Meissen: Fassadensanierung Talseite

Ausblick 2018:
Baubeginn:
- Großer Garten: Sanierung Beleuchtungsanlage
- Zwinger Dresden, Bogengalerie L, Französischer Pavillon
- Schloss Moritzburg: Backturm, WC-Anlage
- Großer Garten, Palais, Festsaal
- Barockgarten Großsedlitz: Portal, Haupteingang Kasse und Bowlinggreen
- Schloss Colditz: Schleinitzhaus
- Burg Gnandstein, Westwehr

Fertigstellungen:
- Schloss und Park Pillnitz: Parkplatz Lohmener Straße
- Burg Gnandstein: Orangerie
- Burg Mildenstein, Miruspark Nord
- Barockschloss Rammenau: Jagdzimmer, Spiegelsaal