Schlusslicht! – HC Elbflorenz wartet weiter auf ersten Saisonsieg

Dresden - Der HC Elbflorenz muss weiter auf den ersten Saisonerfolg warten. War man in der vergangenen Saison lediglich auswärtsschwach, will sich in der neuen Spielzeit auch in der heimischen BallsportArena keine Souveränität mehr einstellen. Gegen den ambitionierten Aufsteiger HSV Hamburg unterlagen die Tiger mit 24:26 (12:13).

Bevor der Bus der Hamburger Handballer vor der BallsportARENA Dresden in Richtung Heimat startete, gab es auf der anderen Elbseite ein Feuerwerk. Ein solches hatten die Hanseaten in 60 Minuten Spielzeit vorher nicht unbedingt abgebrannt, mussten sie aber auch nicht, um erfolgreich zu sein. Der Hamburger Spieler Jan Forstbauer beschrieb das Erfolgsrezept nach dem Spiel so: „Wir hatten heute einen sehr starken Dominik Axmann. Zudem sind wir trotz des dünn besetzten Kaders immer ruhig geblieben und haben stark gekämpft. Wir sind auch in kniffligen Phasen nicht durchgedreht und am Ende hat Aron Edvardsson uns noch ein paar Bälle gehalten.“ So „simpel“ kann Sport sein: Kämpfen, konzentrieren, ruhig bleiben und im Einzelnen auch mal über sich hinauswachsen. 

Der HC machte nach kleinen anfänglichen Nachjustierungen 20 Minuten lang eine gute Partie und führte nach einem Treffer durch Henning Quade mit 11:8. Zwischendurch hatte Gästetrainer Torsten Jansen beim Spielstand von 8:5 für die Gäste schon eine Auszeit genommen und seine nicht funktionierende offensive Deckung auf eine 6:0-Variante umgestellt. Die Hamburger hatten vor allem das Kreisläuferspiel des HC nicht im Griff und die Dresdner ihrerseits die Möglichkeit per Siebenmeter sogar auf 12:8 zu erhöhen. Doch der Keeper der Hanseaten Aron Edvardsson hielt den Wurf von Julius Dierberg und es begann beim HC eine schon leidlich bekannte Phase. Dies war im Übrigen der einzige Ball den der zuletzt so starke isländische Keeper im 1. Spielabschnitt hielt. Kurzum, der HC warf jetzt fast 9 Minuten kein Tor und clevere Hamburger nutzten das, um nach einem erneuten Dresdner Fehler in der 26. Minute per Konter durch Dominik Axmann auf 11:12 zu stellen. Norman Flödl erlöste dann die Sachsen in der 29. Minute mit dem 12:12. Die Hamburger hatten aber durch einen Treffer von Marius Fuchs das bessere Ende der 1. Halbzeit für sich (12:13). Nicht unerwähnt soll bleiben, das die Gastgeber in der 1. Halbzeit gleich zwei Konter vergaben.

Bis zum 18:18 in der 44. Minute blieb das Spiel ausgeglichen. Der HC schaffte es einfach nicht die Hamburger entscheidend abzuhängen. Dies taten aber dann die Hanseaten, denn in so einer engen Partie sind Abstände von 3 oder 4 Toren fast schon spielentscheidend. Der HC hatte sich vor der 18:21 Führung der Gäste in der 49. Minute durch eine überflüssige Zeitstrafe der eigenen Überzahl beraubt und die Hanseaten hatten zweimal in Person von Dominik Axmann aus dem Rückraum getroffen. Der erst 19-jährige nahm sich gleich zweifach ein Herz und netzte ein. Sein Trainer Torsten Jansen sagte nach dem Spiel: „Er macht das heute natürlich überragend mit seinen 19 Jahren und jedes Mal wenn wir ein wichtiges Tor brauchten, hat er eines gemacht.“ Die dann umgestellte offensivere HC-Abwehr kassierte dann auch noch das 18:21 durch Marius Fuchs vom Kreis. Der HC kam zwar in der 53. Minute durch Gabriel De Santis auf 21:22 heran, die Hanseaten blieben aber ruhig sowie überlegt und wehrten alle Bemühungen der Sachsen mit eigenen Treffern ab. Nicht einmal eine Unterzahl in der 55. Minute konnte die Hamburger stoppen. Zumal die Dresdner insgesamt in eigener Überzahl erneut wenig entschlossen und eindimensional wirkten. Zudem scheiterte der HC in dieser Phase auch immer mal wieder am Gästekeeper Edvardsson, der nach sehr durchwachsenen 45 Minuten zumindest am Ende wichtige Bälle hielt. Als Lukas Ossenkopp für die Gäste in der 56. Minute per Schlagwurf das 21:24 erzielte, war das Spiel endgültig entscheiden. Am Ende verlor er HC mit 24:26 vor 1562 Zuschauern in der BallsportARENA Dresden.

© Sachsen Fernsehen
© Sachsen Fernsehen

Fazit: Die Dresdner können auch das 6. Spiel der Saison nicht gewinnen und befinden sich damit zwischenzeitlich auf dem letzten Tabellenplatz. Schaut man auf die kommenden Auswärtsspiele, der HC muss hintereinander in Ferndorf und Lübbecke ran, muss man zumindest einmal kurz durchatmen. Die von Trainer Christian Pöhler vor dem Spiel erhofften „längeren goldenen Phasen“ gab es in den ersten 20 Minuten, dann erfolgte aber wieder ein Rückfall in negative Muster. Wie schon zu oft in dieser noch jungen Spielzeit. Gästetrainer Torsten Jansen betonte aus seiner Sicht vor allem einen Aspekt gleich mehrfach: „Wir haben heute gegen einen Gegner gespielt der aus dem Rückraum fast nicht auf das Tor geworfen hat. Wir haben das zu den Jungs in der Halbzeit auch gesagt. Mit Ausnahme von De Santis der sich einen Wurf genommen hat. Bei anderen Jungs sah das vom Druckspiel, den Kreuzungen und der Laufbereitschaft super aus, aber wenn sie nicht auf das Tor werfen, ist das, ich will nicht sagen leicht ausrechenbar, aber wir konnten dann aber mehr auf das Kreisläuferspiel konzentrieren.“ Man kann es drehen und wenden wie man will, die Dresdner müssen sich annehmen, was Christian Pöhler nach dem Spiel sagte: „Es ist so wie es ist und natürlich ist es auch eine Kopfsache. Die Jungs hatte sich sehr viel vorgenommen. Wir hatten uns als Mannschaft viel vorgenommen. Wir müssen nun die Situation so annehmen, wie sie ist und entsprechend konzentriert weiter arbeiten.“ Vielleicht hilft ja das „fortsbauersche Rezept“: Kämpfen, konzentrieren, ruhig bleiben und im Einzelnen auch mal über sich hinauswachsen!!

Tore: Huhnstock/Halfmann (beide Tor), Jurgeleit 2, Emanuel 1, Dierberg 4/2, Gugisch, Buschmann, De Santis 4, Flödl 4, Kretschmer 3/1, Hofmann, Greß 1, Kammlodt, Becvar 3, Quade 2

Quelle: Wolfram Wegehaupt

 

Artikel erstellt von: Maximilian Giese