Schnee- und Eischaos in ganz Deutschland

Der Winter hat Deutschland seit über 10 Tagen fest im Griff. Am Sonntag brachte Tief Gong dem Westen und der Mitte eine extreme Glatteiswetterlage.

Bei Temperaturen um die minus 5 Grad fiel auf den gefrorenen Boden teilweise über Stunden hinweg Regen. Straßen, Bäume und Autos wurden mit einer dicken Eisschicht überzogen. „Besonders heikel war die Situation im Frankfurter Flughafen. Dort kam der Flugbetrieb zeitweise zum erliegen, da die Maschinen mit einer dicken Eisschicht überzogen waren“ erklärt Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterportal wetter.net im aktuellen Wettervideo: 

http://www.youtube.com/watch?v=Ca2CK-w4yzI

Ab Sonntagabend ging der Regen dann wieder überall in Schnee über. In Rheinland-Pfalz, Hessen, Bayern, Thüringen, dem Saarland, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen fielen 5 bis 10, stellenweise bis zu 15 cm Neuschnee und das bis in den Montagmorgen hinein. Die Folge: Chaos auf den Straßen und das mitten im Berufsverkehr. Unter der Schneedecke befindet sich häufig noch ein dicker Eispanzer vom gestrigen Eisregen. Das macht die Sache besonders gefährlich.

„Jetzt liegt (fast) ganz Deutschland unter einer geschlossenen Schneedecke. Das gibt es nur sehr selten“ so Jung. Nur unmittelbar an Nord- uns Ostsee gibt es noch ein paar grüne Flecken. Aber selbst auf Sylt liegt eine Schneedecke von 2 cm. Im Raum Köln/Bonn liegt mit 14 cm mehr Schnee als in Garmisch-Partenkirchen. Dort sind es nur 11 cm.

Weitere Schneehöhen von 7 Uhr:

Zugspitze 250 cm
Großer Arber 95 cm
Feldberg im Schwarzwald 68 cm
Fichtelberg 57 cm
Neuhaus 22 cm
Eisenach 19 cm
Erfurt 17 cm
Fritzlar 15 cm
Köln 14 cm
München 13 cm
Münster 12 cm
Augsburg 11 cm
Garmisch-Partenkirchen 11 cm
Idar-Oberstein 10 cm
Leipzig 8 cm
Dresden 8 cm
Aachen 6 cm
Chemnitz 6 cm
Stuttgart 5 cm
Frankfurt 5 cm
Berlin 4 cm
Mannheim 3 cm

Heute schneit es im Westen zunächst noch munter weiter, später am Abend und in der Nacht zum Dienstag können sich die Schneefälle westlich des Rheins noch mal verstärken,

Ab Dienstag lassen die Schneefälle langsam nach. Mittwoch kann sich sogar mal längere Zeit die Sonne zeigen, bevor es am Donnerstag vor allem im Süden wieder neue Schneeschauer geben kann.

Die Temperaturen erreichen heute und morgen minus 7 bis plus 2 Grad am Tag. Nachts kühlt es auch minus 2 bis minus 15 Grad ab. Über Schnee kann es stellenweise sogar bis minus 20 Grad kalt werden.

„Auch von Donnerstag bis Samstag dauert das frostige Winterwetter an- es steht uns somit also eine weitere volle Winterwoche ins Haus“ sagt Wetterexperte Jung.

Ab Samstagmittag ziehen dann aus Westen neue Schneewolken auf. Später geht der Schnee in Regen über und es droht erneut erhebliches Glatteis. Am Sonntag erreicht der Eisregen dann auch Ostdeutschland.

Nach dem erneuten Eisregen dürfte es dann ab Sonntag deutlich milder werden. Mit Höchstwerten zwischen 0 und 5 Grad würde Deutschland langsam wieder auftauen!

Ob es denn auch tatsächlich so kommt, ist noch unsicher. Es besteht immer noch die Möglichkeit, dass sich die Kälte auch über das kommende Wochenende hinaus halten kann.

Der Januar bleibt auch in den nächsten Tagen viel zu trüb. Das Sonnenscheinsoll ist bisher nur zu 30 Prozent erfüllt und das obwohl schon zwei Drittel des Monats vorüber sind. Flächendeckend gesehen gab es bisher nur 14 Sonnenstunden im Land. Schlusslichts ist bisher die Bundeshauptstadt Berlin mit gerade mal 4 Sonnenstunden im Jahr 2013.

War der Januar nach den ersten 10 Tagen stellenweise um bis zu 6 Grad wärmer als normal, ist er jetzt nur noch um 1,2 Grad zu warm. Im Westen ist es sogar schon ein völlig normal temperierter Januar. Der Wärmeüberschuss wurde vielfach abgebaut. Da es auch in den nächsten Tagen sehr kalt bleibt, könnte das Wärmeplus weiter dahin schmelzen.