Schockierend! Deutlicher Anstieg häuslicher Gewalt in Sachsen

Durch die Polizei wurden im vergangenen Jahr 2.711 Straftaten im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt registriert. Im Vergleich zu 2009 stellt dies einen Anstieg um rund 22 Prozent dar. +++

In der
Mehrzahl der erfassten Fälle handelt es sich dabei um
Körperverletzungsdelikte.
Damit hat sich der seit mehreren Jahren zu beobachtende Anstieg auch im Jahr 2010 fortgesetzt.

Innenminister Markus Ulbig: „Opfer häuslicher Gewalt brauchen unseren
Schutz. Wer in der Familie oder Partnerschaft geschlagen und gedemütigt
wird, empfindet seine Situation meist als ausweglos. Leidtragende der
Gewalt in Partnerschaften sind oftmals auch die Kinder. Um den
Betroffenen entsprechende Hilfen anzubieten haben wir in Sachsen ein
Netzwerk aufgebaut, an der sich alle Akteure, von den Frauen- und
Kinderschutzeinrichtungen über das Jugendamt bis zur Polizei,
beteiligen.“

Als Hintergründe für diesen seit Jahren zu beobachtenden Trend (siehe
Grafik) sind neben der allgemeinen Sensibilisierung der Öffentlichkeit
für dieses Thema insbesondere die gestiegene Anzeigebereitschaft der
Opfer sowie der versierte Umgang der Polizei mit den unterschiedlichen
Erscheinungsformen häuslicher Gewalt zu nennen. Beigetragen haben dazu
insbesondere gemeinsame Fortbildungsveranstaltungen von
Polizeibediensteten und Mitarbeiterinnen von Frauenhäusern und
Interventionsstellen.

Am stärksten von häuslicher Gewalt betroffen waren die Bewohner der
beiden sächsischen Großstädte Dresden und Leipzig mit 636 bzw. 417
erfassten Fällen.

Die Opfer dieser Straftaten waren in der Mehrzahl weiblich. Unter den
2.249 Opfern befanden sich 1.735 Frauen (77,2 %) und 514 Männer (22,8
%). Wenngleich die Mehrzahl der registrierten Opfer bereits erwachsen
war, wurden  im Jahr 2010 insgesamt 239 Mädchen und Jungen Opfer
häuslicher Gewalt. Es ist davon auszugehen, das der Anteil von Kindern
und Jugendlichen, die häusliche Gewalt „nur“ miterleben, um ein
Vielfaches höher liegt.

Unter den 2.054 ermittelten Tatverdächtigen befanden sich 1.912
Erwachsene (93,1 %). Der Anteil der männlichen Tatverdächtigen lag mit
84,5 % (1.736 Personen) deutlich über dem Anteil der weiblichen
Tatverdächtigen 15,5 % bzw. 318 Personen.

Quelle: Medienservice Sachsen

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