Schon wieder Streik!

Am 26. Mai bleiben von 9 Logistikzentren der Firma Amazon in Deutschland 6 wegen Fronleichnam geschlossen. Aufgrund dessen wolle der Online-Versandhändlers in Leipzig Bestellungen aus anderen Bundesländern bearbeiten lassen. Da sich die Beschäftigten dadurch ausgenutzt sehen, sind sie in Streik getreten. Amazon mangele es trotz höhere Umsätze an der Wertschätzung und dem fairen Umgang mit seinen Angestellten, so ver.di Fachbereichsleiter für den Handel Jörg Lauenroth-Mago

So klagten laut einer eigens von verdi durchgeführten Umfrage im März diesen Jahres fast alle Befagten über zu kurze Erholungszeiten. Zusätzlich zeigte sich starke Unzufriedenheit bzgl. der Schichtenregelung und es wurden fehlende Entwicklungsperspektiven bemängelt.

Bei Amazon selbst bestehe dennoch „kein Gesprächsbedarf“. „Das hat mit menschlichem Umgang nicht viel zu tun.“ kritisiete Lauenroth-Mago scharf das Managment des Online-Versandhändlers.

Weiterhin gebe es seit Mai 2016 höhere Gehälter und Löhne im Einzel- und Versandhandel und der Großteil der tarifgebundenen Beschäftigten erhalte etwa 1000€ Urlaubsgeld. Von beidem würden die Beschäftigten bei Amazon jedoch bisher nichts sehen.

Etwa je 1000€ Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld, sowie eine 38 Stundenwoche seien jedoch üblich für die Branche und deshalb das erklärte Ziel der Verhandlungen.

Amazon selbst verweigere weiterhin die Aufnahme von Tarifverhandlungen. Zwar wurden erst kürzlich die Gehälter und Löhne erneut erhöht – zuletzt im September 2015 – dennoch zahle man weiterhin kein Urlaubsgeld und gewähre ab 2016 nur noch 28 Arbeitstage Urlaub statt der allgemein üblichen 6 Wochen.