Schülerprotest in Chemnitz

Das Thema Lehrermangel ist in Sachsen leider ein Dauerbrenner. Doch die Zeiten als nur Politiker und Gewerkschaften über Bildung gestritten haben sind vorbei.

Auch die Schüler selbst mischen sich stärker ein – Mit kreativem Protest wie am Donnerstag in Chemnitz.

Taucherbrillen, Schwimmflügel und Schwimmringe – die gehören normalerweise nicht in den Unterricht. Doch die Schüler des Chemnitzer Goethe-Gymnasiums haben heute am Vormittag eine Schulstunde lang nicht über Büchern und Formeln gebrütet.

Stattdessen führten sie eine Aktion zum Thema „Bildung fällt ins Wasser“ durch und haben sich dabei zu Protestfotos formiert.

Interview: Jason Jack Weißbach – Schülersprecher des Goethe-Gymnasiums Chemnitz

Neben dem allgemeinen Lehrermangel, der sich in zahlreichen Ausfall- und Vertretungsstunden äußert, werden durch die Schüler vor allem die Auswirkungen der Lernmittelfreiheit kritisiert.

Nach einem Grundsatzurteil des Oberverwaltungsgerichtes Bautzen dürfen Eltern nicht mehr für Kopien von Arbeitsblättern und Arbeitshefte zur Kasse gebeten werden.

Eine gute Sache finden die Schüler, wenn damit nicht die Qualität des Unterrichts sinken würde.

Interview: Jason Jack Weißbach – Schülersprecher des Goethe-Gymnasiums Chemnitz

Ein weiterer Kritikpunkt ist die Definition des Begriffes „Lernmittel“. Sind die teuren Grafikrechner, deren Anschaffung Pflicht ist nicht auch Lernmittel?

Interview: Jason Jack Weißbach – Schülersprecher des Goethe-Gymnasiums Chemnitz

Da Schüler nicht streiken dürfen, lief die Aktion im Rahmen einer Schülervollversammlung.

Für den Freitagnachmittag ist eine weitere zentrale Protestaktion für alle Chemnitzer Schulen auf dem Marktplatz geplant. Die Schüler wollen in Sachen Bildung vor allem eins nicht – Baden gehen.