Schulen aus Hartenstein und Werdau sind „Starke Schulen“ 2013

In Dresden fand am Montag die Preisverleihung „Starke Schulen“ 2013 statt. Kultusministerin Kurth lobt das Engagement der Schulen in Sachsen – Herausragende Qualifizierung der Schüler für den Übergang in den Beruf. +++

„Starke Schulen“ in Sachsen: Die Paul-Fleming-Mittelschule in Hartenstein und die Mittelschule Leubnitz in Werdau haben die Landespreise des bundesweiten Schulwettbewerbs „Starke Schule. Deutschlands beste Schulen, die zur Ausbildungsreife führen“ gewonnen. Schüler und Lehrkräfte haben heute (25. März 2013) in Dresden die Preise entgegengenommen. „Der Wettbewerb prämiert die herausragende Arbeit, die diese Schulen bei der Vorbereitung ihrer Schüler auf die Berufswelt leisten. Gerade vor dem Hintergrund der gewachsenen Ansprüche an Schulabsolventen ist dieses Engagement wichtig und verdient eine entsprechende Anerkennung“, würdigte Kurth die Preisträger.

Den mit 5.000 Euro dotierten ersten Platz belegt die Paul-Fleming-Mittelschule in Hartenstein. Die Schule, die eine eigene Imkerei hat, überzeugte die Jury mit einem systematischen Berufsorientierungskonzept, das regelmäßig intern evaluiert wird und auf zahlreichen Kooperationsverträgen mit Partnern aus der Wirtschaft aufbaut. Diese besetzen später auch gern ihre Ausbildungsplätze mit Absolventen der Schule. Des Weiteren pflegt die Schule einen intensiven Kontakt mit anderen Schulen im Ausland. Die Schüler der Paul-Fleming-Mittelschule werden in hohem Maß bei Entscheidungen miteinbezogen, um somit ihr Verantwortungsbewusstsein zu stärken und zu fördern.

Die Mittelschule Leubnitz in Werdau erreichte den zweiten Platz und bekommt 3.500 Euro für ihr Engagement hinsichtlich der Berufsorientierung sowie ihrem Ziel, jedem Schüler durch individuelle Förderung den jeweils höchstmöglichen Abschluss zu ermöglichen. Hervorzuheben ist insbesondere die konzeptionell sehr gute Arbeit der Schule sowie das große Engagement des Lehrerkollegiums.

Alle „Starken Schulen“ leisten hervorragende Arbeit in einem oft sehr schwierigen Umfeld. Angesichts des demographischen Wandels und des daraus resultierenden Fachkräftemangels wird diese Arbeit zunehmend wichtiger. Studien belegen, dass insgesamt 20 Prozent der Jugendlichen eines Jahrgangs nicht über die notwendigen fachlichen und sozialen Kompetenzen für die Berufswelt verfügen. Ihre Schüler zur Ausbildungsreife zu führen, erreichen die „Starken Schulen“ vor allem durch eine Öffnung nach innen und außen: Groß geschrieben wird die Gestaltung von Schule als Lebensort, die Zusammenarbeit der Lehrkräfte mit Eltern, Sozialarbeitern, Sonderpädagogen und Berufsberatern der Agentur für Arbeit sowie die Kooperation mit Unternehmen und Berufsschulen.

„Wir können als Gesellschaft nicht auf ein Fünftel jedes Jahrgangs verzichten. Die „Starken Schulen“ in Sachsen zeigen, dass es anders geht. Sie fördern ihre Schüler individuell, entwickeln Unterricht und Lernprozesse kontinuierlich weiter und sehen die Vielfalt ihrer Schüler als Chance. Damit ermöglichen sie ihren Schülern eine aktive und selbstbestimmte Teilhabe am wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben. Nur so kann Chancengerechtigkeit hergestellt und für alle Jugendlichen eine echte Anschlussperspektive ermöglicht werden“, sagt Dr. Antje Becker, Geschäftsführerin der Hertie-Stiftung, stellvertretend für die Projektpartner.

Der mit 210.000 Euro dotierte Wettbewerb „Starke Schule“ wird alle zwei Jahre von der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung, der Bundesagentur für Arbeit, der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände und der Deutsche Bank Stiftung durchgeführt. Bewerben können sich alle allgemeinbildenden Schularten, die zur Ausbildungsreife führen. Aus den fast 700 Einsendungen des aktuellen Wettbewerbs ermittelte eine Jury mit Experten aus Bildung, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft die Landessieger. Gemeinsam mit den Gewinnern der anderen Bundesländer hat die erstplatzierte Paul-Fleming-Mittelschule aus Hartenstein nun die Chance auf den Bundessieg, der im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung am 5. Juni 2013 in Berlin durch Bundespräsident Joachim Gauck bekannt gegeben wird.

Neben der öffentlichen Anerkennung ihrer Arbeit ist der größte Gewinn für die Landessieger die Aufnahme in das länderübergreifende Netzwerk. Hier erhalten Lehrkräfte die Möglichkeit, an zahlreichen Fortbildungen zur Unterrichts- und Organisationsentwicklung teilzunehmen und von guten Beispielen zu lernen. Die Fortbildungen ermöglichen den Einblick in andere „Starke Schulen“ und in andere erfolgreiche Konzepte – auch über Grenzen von Bundesländern hinaus – und geben Impulse zur schulischen Weiterentwicklung.

Quelle: SMK – Sächsisches Staatsministerium für Kultus