Schwerin siegt beim Start ins Play-off-Finale gegen den Dresdner SC

Am Samstag unterlag der Dresdner SC mit 3:1 dem Schweriner SC im Titelduell. Das nächste Spiel findet am Mittwoch in der bereits ausverkauften Dresdner Margon-Arena statt und könnte bei einer Niederlage des DSC bereits vorentscheidend sein. +++

Packender Start ins Play-off-Finale um die Deutsche Meisterschaft: In einem gutklassigen Match hat sich Meister Schweriner SC gegen den Herausforderer Dresdner SC mit 3:1 durchgesetzt. Die DSC-Schmetterlinge deuteten an, dass sie der Schweriner Übermacht in dieser Finalserie gefährlich werden können. Doch in den entscheidenden Momenten agierte Favorit Schwerin wie bereits in den vergangenen beiden Jahren konstanter, cleverer und durchschlagskräftiger.

Schwerins Spielführerin Denise Hanke war noch ganz außer Atem, als sie kurz nach Spielende im DVL-live.tv-Interview zum Auftaktsieg befragt wurde. „Es ist immer anstrengend gegen Dresden, und es war heute knapper als das Ergebnis aussieht”, sagte Schwerins Spielführerin. „Außerdem war heute eine heiße Stimmung hier, sodass man ins Schwitzen kommt.”

1771 euphorische Fans hatten die Schwerinerinnen zum ersten Sieg im Play-off-Finale geführt. Mit 3:1 (25:15, 16:25, 25:21, 25:17) gewannen Hanke & Kolleginnen das erste von maximal fünf Spielen der Serie nach dem Modus „best of five”. „Hier spielen die beiden deutschen Topteams, da ist es normal, dass es auf höchstem Niveau losgeht”, sagte Hanke. „Aber ich denke, dass sich speziell unsere Mannschaft noch verbessern kann.”

Nach dem starken ersten Durchgang hatte Schwerin den Faden verloren. Dresden stellte sich besser auf die Angreiferinnen des Deutschen Meisters ein, holte sich den zweiten Satz und war auch zu Beginn des dritten Durchgangs besser. Vor allem Libera Nicole Davis lieferte eine starke und entschlossene Partie ab. „Da hatten wir auf einmal so eine Grundnervosität”, erklärte Hanke. Doch es zeichnet den Meister der vergangenen beiden Jahre aus, dass er sich immer dann steigern kann, wenn es notwendig ist.

Mit kleinen Aufschlagserien setzte Schwerin die Gäste unter Druck und verwandelte den Rückstand zu Beginn des dritten Satzes so in einen Vorsprung. „Unsere Aufschläge waren heute schwer für Dresden”, sagte SSC-Coach Teun Buijs. Auch sein Kollege Alexander Waibl sah im dritten Satz den „Knackpunkt”. Der Dresdner Trainer analysierte: „In wichtigen Phasen machen wir unglückliche Fehler. Das sind zwei, drei Dinger zu viel, die die Schwerinerinnen bestrafen.” Durch die starken Aufschläge könne sich ein Fehler „potenzieren und zu zwei, drei Punkten” für den Gegner führen, sagte Waibl.

Bereits im dritten Jahr stehen sich die Sportclubs aus Dresden und Schwerin nun im Finale gegenüber. Und auch in diesem Jahr deutet vieles darauf hin, dass sich Schwerin erneut die Meisterschale in den Trophäenschrank stellen darf. Der Leistungs-Unterschied zwischen beiden Teams ist nicht groß. Doch wenn es darauf ankommt, kann Schwerin spielerisch und mental besser dagegenhalten.

Man kann diesen Unterschied ganz gut an Denise Hanke illustrieren. Als Zuspielerin ist sie verantwortlich dafür, ihren Kolleginnen die Bälle aufzulegen. Doch die Linkshänderin streut immer mal wieder frech und selbstbewusst einen überraschenden Ball ein, den sie nicht wie andere Regisseure mit einer Finte im gegnerischen Feld platziert, sondern mit einem krachenden Angriff. Insgesamt elf Punkte erzielte Hanke in der gesamten Partie – ein Ausnahmewert für eine Stellerin. Zum Vergleich: Nur zwei Angriffsspezialistinnen der Dresdnerinnen – Martina Utla (15) und Lisa Izquierdo (16) – haben mehr Punkte erzielt. „Wir haben auf jeder Position eine Spielerin, die den Unterschied machen kann”, sagt Teun Buijs. „Jetzt haben wir am Mittwoch im zweiten Spiel die Möglichkeit, einen Bonuspunkt zu erzielen. Dresden hat den Druck gegen einen Gegner, der frank und frei aufspielen kann.”

Den Sachsen bleibt nun die Hoffnung, aus dem zwar verlorenen, aber dennoch keineswegs schlechten Spiel Kraft zu ziehen. „Obwohl wir nicht unser bestes Volleyball gespielt haben, hatten wir die Möglichkeit zu gewinnen”, sagte Alexander Waibl. „Jetzt müssen wir sehen, dass wir am Mittwoch noch etwas draufpacken. Ich denke, dass wir eine andere Mannschaft sehen werden.” Eine weitere Niederlage in der ausverkauften Dresdner Margon-Arena (Mittwoch, 1. Mai, ab 17:20 Uhr auf www.DVL-live.tv) könnte bereits vorentscheidend sein.

Quelle: DVL Deutsche Volleyball-Liga GmbH