Schwimmhallen-Schließung

„Mit einem blauen Auge davongekommen“ – Das dachten sich sicherlich viele Vertreter des Chemnitzer Sports als im Januar das Sparpaket im Stadtrat beschlossen wurde.

Nur 5 Prozent Streichung der Sportförderung, statt 20 Prozent. Nur 5 Prozent Steigerung der Nutzungsgebühren von Sportstätten, statt 20 Prozent. Doch irgendwo musste der Rotstift der Verwaltung angesetzt werden.

Die ersten Auswirkungen werden nun langsam sichtbar. Wie das Beispiel der Schwimmhalle Bernsdorf zeigt.

An der Bernsdorfer Straße unterhalb der Wohnheime der TU Chemnitz befindet sich ein unscheinbarer Flachbau – Die Schwimmhalle Bernsdorf.

Außerhalb der regulären Öffnungszeiten trainieren hier verschiedene Schwimmvereine der Stadt – Noch, denn ab kommende Woche Montag ist die Halle für die nächsten 12 Wochen nur noch verkürzt geöffnet.

Die Schwimmvereine sitzen buchstäblich auf dem Trockenen, so wie der Wasserballnachwuchs des Schwimmclubs Chemnitz. Die Kinder und Jugendlichen trainieren nach Schulschluss in Bernsdorf, das wird durch die verkürzten Öffnungszeiten nun unmöglich.

Interview: Ulrich Müller – Trainer Schwimmclub Chemnitz

Alternativen? – Fehlanzeige! Die Schwimmhallen in Gablenz und im Heckertgebiet sind komplett geschlossen.

Die Schwimmhalle im Sportforum ist bereits überfüllt. Dort drängeln sich die Aktiven um jeden Quadratmeter Wasserfläche.

Chemnitzer Freibäder ständen erst spätabends nach Toreschluß offen, deren Wasser ist für Kindertraining außerdem viel zu kalt. Vereine und Sportamt arbeiten sonst eng zusammen, an diesem Punkt konnte allerdings bisher keine Lösung gefunden werden.

Interview: Ulrich Müller – Trainer Schwimmclub Chemnitz

Im Chemnitzer Rathaus kennt man die Engpässe beim Schwimmhallenpersonal. Hier verweißt man allerdings darauf, dass in den Sommermonaten die Freibäder Vorrang besitzen.

Interview: Katja Uhlemann – Pressesprecherin Stadt Chemnitz

Nach den Sommerferien soll es dann wieder mit dem normalen Schwimmhallenbetrieb weitergehen. Die Vereine haben bis dahin wertvolle Zeit verloren.

Sie befürchten vor allem, dass die Einschränkung der Trainingsmöglichkeiten zu einem Dauerzustand wird.

Interview: Ulrich Müller – Trainer Schwimmclub Chemnitz

Die Wasserball-Junioren werden weiter auf Torjagd gehen. Sie stehen stellvertretend für die Hoffnung, das es zukünftig in Chemnitz im Schatten von Fuß- und Basketball noch weitere sportliche Erfolge zu bejubeln gibt.