Sexueller Missbrauch in der DDR – das Tabu ist gebrochen

Leipzig – Sexueller Missbrauch in der DDR. Lange wurde dieses Thema verschwiegen, zu lange. Erst 2010 wurde es in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Besonders in den damaligen DDR Kinderheimen, aber auch im familiären Umfeld gab es Fälle von sexuellem Missbrauch. 

Am Mittwoch hat die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs zum 2. Öffentlichen Hearing nach Leipzig eingeladen. Dass Betroffene öffentlich über ihre Missbräuche erzählen, kostet sie unglaublich viel Überwindung. Für Viele aber ist es auch ein wichtiger Schritt, um die Vorfälle von damals zu verarbeiten.

In der DDR wurden sexuelle Missbrauchsfälle vertuscht, diese passten nicht in das Sozialistische Selbstbild.

Eine, die am Mittwoch über ihre Erlebnisse sprach, ist Renate Viehrig-Seger. Sie wurde von ihrem Vater und in dem Jugendwerkhof in Torgau sexuell missbraucht. Nach ihrer Geschichte rief sie alle dazu auf, nicht die Augen vor sexuellem Missbrauch zu verschließen. Aufklärung, das hat sich Renate Vierung-Seger zur ihrer Aufgabe gemacht. Dementsprechend wurden auch Forderungen an die politischen Entscheidungsträger laut. Aufarbeitung, Betreuung und Hilfe, aber auch Anerkennung. Das forderten die Betroffenen am Mittwoch in der Villa Ida.

Die Täter werden oft nur mit einigen Jahren Gefängnis bestraft, die Betroffenen allerdings müssen lebenslänglich mit ihrer Pein leben.