Siebenschläfer in Chemnitz entdeckt

Bei einer Routinekontrolle von Vogel- und Fledermauskästen vor einigen Wochen ist ein Siebenschläfer entdeckt worden.

Das ist eine Premiere innerhalb des Chemnitzer Stadtgebietes, denn bislang konnten die dreisten Nager nur direkt außerhalb, in Auerswalde und im Wald am Schusterstein, nachgewiesen werden.

Der Siebenschläfer – er hat übrigens rein gar nichts mit dem 27. Juni zu tun – gehört zu den Bilchen oder auch „Schläfern“, einer Untergruppe der Nagetiere. Sein Name ist der Tatsache geschuldet, dass er ca. sieben Monate im Jahr schlafend verbringt, nämlich die Zeit zwischen Oktober und Mai. Er ähnelt mit seinen großen Knopfaugen und den runden Ohren einer überdimensionierten Maus, hat aber einen wuscheligen Schwanz wie ein Eichhörnchen. Eine Verwechslung mit demselben ist aber fast nicht möglich – sein Fell ist gelblichgrau, an der Unterseite aufgehellt, und er ist deutlich pummeliger, ein Eindruck, der durch die kürzeren Gliedmaßen zustande kommt. Dennoch klettert der Nager sehr gut und bevorzugt dementsprechend auch den Wald als Lebensraum. Er ist aber auch in waldnahen Obstgärten, in Lauben und Schuppen zu finden.

Seine Jungen bekommt der Siebenschläfer ca. Mitte August, wenn die Nahrungsvielfalt besonders groß ist. Eicheln, Bucheckern, Haselnüsse und Obst machen einen Großteil seiner Nahrung aus. Tierisches findet sich aber auch auf seinem Speisezettel. Da er mehr als die Hälfte des Jahres unterirdisch verschläft und ansonsten nachtaktiv ist, bleibt der Siebenschläfer meistens unentdeckt.

Falls Sie Siebenschläfer oder Haselmaus gesichtet haben, also beim Erstellen einer aktuellen Verbreitungsübersicht dieser seltenen und geschützten Tiere mithelfen können, melden Sie sich bitte beim Umweltamt der Stadt Chemnitz unter 0371/488-3602.

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