Siebenschläfer – ist unser Sommer noch zu retten?

Das erste Drittel des meteorologischen Sommers (1. Juni bis 31. August) nähert sich langsam seinem Ende.

Rein statistisch gibt es beim Juni 2012 kaum etwas zu bemängeln, auch wenn es subjektiv vielen Menschen anders vorkommen mag:

„Der Juni ist bisher weder zu kalt noch zu warm, sondern liegt von den Temperaturen in etwa im langjährigen Durchschnitt. Auch das Regensoll liegt voll im Durchschnitt, denn es wurde bisher zu 75 Prozent erfüllt. Nur der Sonnenschein kam bisher etwas zu kurz. Verglichen mit dem langjährigen Mittel (hier wird als Bezugszeitraum 1961 bis 1990 verwendet) ist das Sonnenscheinsoll erst zu 60 Prozent erfüllt. Die 100 Prozent werden wir hier bis Monatsende mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr erreichen. Zu den Temperaturen muss man allerdings auch noch sagen, dass der Juni nördlich des Mains in etwa 0,5 bis 1 Grad zu kalt ist, im Süden allerdings genau 0,5 bis 1 Grad zu warm. Daher ergibt sich im Mittel ein temperaturtechnisch gesehen ganz gewöhnlicher Durchschnittsjuni. Viel zu retten gibt es beim diesjährigen Sommer bisher also eigentlich gar nicht“ erklärt Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterportal wetter.net.

Am kommenden Mittwoch ist nun der bekannte Siebenschläfertag. Die bekannte Regel sagt, dass das Wetter an diesem Tag auch die kommenden sieben Wochen so bleiben wird. Hier muss man zunächst zwei Dinge klar stellen:

1. Durch eine Kalenderreform im Mittelalter bedingt wäre der Siebenschläfer eigentlich erst zehn Tage später dran. Wir begehen diesen Tag also 10 Tage zu früh!

2. Es macht wenig Sinn alle Hoffnungen und Trends genau an einem einzelnen sogenannten Lostag festzumachen. Vielmehr ist es sinnvoll das Wetter in der Periode Ende Juni und Anfang Juli zu betrachten, also zwischen dem 27. Juni und dem 7. Juli, dem sogenannten Siebenschläferzeitraum.

Nimmt man diesen ausgedehnten Zeitraum so ergibt sich in der Tat eine recht brauchbare Regel. Statistische Untersuchungen von wetter.net (www.wetter.net) haben ergeben, dass die Regel im Süddeutschland eine Trefferquote von 70 bis 80 Prozent aufweist. Im Norden ist die Eintreffwahrscheinlichkeit allerdings deutlich geringer, da hier sehr stark der maritime Einfluss zum Tragen kommt.

Bereits vor einigen Wochen gab wetter.net einen Langfristtrend für den Sommer 2012 heraus. Darin wurde ein zwar relativ warmer, aber auch ein sehr wechselhafter Sommer angekündigt. Schaut man sich nun die Siebenschläferregel an, so kommt diese scheinbar zum gleichen Ergebnis, denn auch im Siebenschläferzeitraum setzt sich das Auf und Ab des Sommerwetters fort:

Der Mittwoch bringt bei 18 bis 27 Grad einen Wechsel aus Sonne und Wolken. Vor allem nachmittags kann es Schauer und Gewitter geben. Donnerstag, Freitag, Samstag und Sonntag wird es dann schon wieder schwül-warm bis heiß. Die Temperaturen erreichen 23 bis 33 Grad. Dabei bilden sich immer wieder teils heftige Schauer und Gewitter, die stellenweise auch unwetterartig mit Starkregen, Hagel und Sturmböen einhergehen können.

Nach dem Wochenende wird es dann wieder kühler – das Auf und Ab geht also weiter! Das alles deutet wie schon von wetter.net angekündigt auf einen zweitweise zwar sehr warmen, aber auch sehr wechselhaften Sommer 2012 hin. Längere Hitzewellen von ein bis zwei Wochen hatten die Experten von wetter.net bereits Ende April ausgeschlossen. „Unser Langfristmodell hatte entsprechende Hoffnungen frühzeitig als nicht sehr wahrscheinlich eingestuft“ so Jung.

Fazit: Beim Sommer gibt´s nicht viel Neues – Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass es beim Sommer weitergeht wie bisher: kurze warme bis heiße und teils sehr schwüle Phasen bringen heftige Gewitter und danach eine Abkühlung. Vor einigen Tagen wurde das bereits von wetter.net als „Dschungelsommer“ kategorisiert – eine echte Belastung für den Kreislauf vieler Menschen!

Blick auf das Pubblic Viewing Wetter beim Halbfinale Italien gegen Deutschland am Donnerstag um 20.45 Uhr

Der Donnerstag bringt Sommerwetter. Die Temperaturen erreichen am Tag 23 bis 30 Grad. Tagsüber gibt es einzelne Schauer und Gewitter, doch zum Abend beruhigt sich das Wetter und meist scheint überall die Sonne oder es ziehen harmlose Wolkenfelder vorüber. Dazu wird es auch am Abend mit 18 bis 25 Grad noch sommerlich warm sein.

Wissenswertes zum Schluss

Der Name Siebenschläfertag hat nichts mit dem gleichnamigen Tier zu tun. Er geht zurück auf eine Legende zur Zeit der Christenverfolgung. Damals wurden sieben Christen gefangen genommen und lebendig eingemauert. Sie wurden 195 Jahre am 27. Juni 446 n.Chr. später zufällig entdeckt und lebten zu diesem Zeitpunkt noch, starben dann aber kurz darauf – so will es die Legende.