Büßen und Beten! HC Elbflorenz nach Feiertagspleite im Abstiegskampf angekommen!

Dresden - Schon wieder betretene Mienen in der BallsportARENA Der HC Elbflorenz hat am Mittwochabend auch sein zweites Saisonheimspiel in der Zweiten Handball-Bundesliga verloren. Gegen Aufsteiger TV Großwallstadt hieß es am Ende wie schon im Spiel gegen Fürstenfeldbruck 30:33 für den Gegner. Durch die Niederlage findet sich der HCE nach dem zunächst guten Saisonstart mittlerweile im unteren Tabellendrittel wieder.

Dabei konnten die Tiger im ersten Handball-Geisterspiel überhaupt in der BallsportARENA Dresden immerhin auf eine handvoll trommelnder Unterstützer zählen. Auf der Gegentribüne sorgte eine Armee von Pappkameraden zudem zumindest für einen gewissen optischen Support. Ins Spiel startete der HCE offensiv mit viel Zug zum Tor und einer Reihe erfolgreicher Abschlüsse. Allerdings präsentierte sich die durch Verletzungen ausgedünnte Verteidigung der Dresdner, wie zuletzt häufiger zu beobachten, äußerst anfällig. Die Gäste nutzten die Verunsicherung der HCE-Abwehr konsequent aus und legten so ergebnistechnisch immer wieder vor. Nicht zuletzt auch dank einer starken Vorstellung von Torhüter Max Mohs blieben die Elbstädter aber zunächst im Spiel. Mit satten 17 Gegentoren aber lediglich drei Toren Rückstand ging es in die Pause. Zur zweiten Halbzeit schwörte HCE-Coach Rico Göde seine Mannschaft auf eine Aufholjagd ein. Dabei glichen sich die Bilder zunächst: Vorne konnte der HC Elbflorenz durchaus überzeugen, 7-Meter-Schütze Lukas Wucherpfennig und Spielantreiber Sebastian Greß gehörten mit jeweils 7 Treffern zu den erfolgreichsten Schützen des Spiels. In der Abwehr bekam der HCE nach wie vor kein Bein auf den Boden, die Gäste trafen beinahe nach Belieben. Mitte der zweiten Halbzeit konnten sich die Tiger etwas überraschend dennoch wieder auf ein Unentschieden heranrobben (BUSCHMANN) und nach der 1. Spielminute sogar endlich wieder einmal in Führung gehen. Den spielerischen Umschwung brachte diese Momentaufnahme aber trotz weiterer Paraden auch von Mario Huhnstock nicht: Eher das Gegenteil trat stattdessen ein: Unnötige Zeitstrafen, gekrönt durch eine, wenn auch umstrittene, rote Karte von Nils Kretschmer, aber auch fahrige Ballverluste häuften sich zusehends. Was blieb, war hingegen die löchrige HCE-Abwehr. Schnell konnte Großwallstadt deshalb wieder ihrerseits in Führung gehen. Die flatternden Nerven der Tiger erstickten die Hoffnungen eines abermaligen Comebacks des Heimteams im Keim. Dass in den entscheidenden Momenten der Schlussphase keine 2000 Zuschauer ihren HCE anfeuern und den Gegner ein wenig einschüchtern konnten, half ganz sicher auch nicht. Wahrscheinlich ist jedoch, dass die Zuschauer noch eine Weile von ihren zweidimensionalen Pappkameraden vertreten werden müssen. Am Ende steht so die dritte Niederlage in Folge für den HC Elbflorenz und der Sturz auf Tabellenplatz 13. Das Team von Trainer Rico Göde wird sich insbesondere in der Abwehrarbeit gehörig steigern müssen, will es nicht noch weiter in den Tabellenkeller abzurutschen: Topspieler Sebastian Gress, ligaweit derzeit der viertbeste Torjäger, wirkte nach der erneuten Pleite konsterniert und nimmt sich und seine Mannschaft nun in die Pflicht. Für den HC Elbflorenz war dieser Buß- und Bettag-Feiertagsmittwoch alles andere als ein Grund zur Freude. Bleibt zu Hoffen, dass Büßen und Beten in Handball-Dresden nicht zum Dauerzustand wird.