Siemens will Standort Leipzig schließen

Leipzig – Der Elektrokonzern Siemens teilte am Donnerstag mit, dass er seine Standorte in Leipzig und Görlitz schließen will. Das bedeutet für 920 Mitarbeiter an beiden Standorten den Verlust ihres Arbeitsplatzes.

In der Siemens-Niederlassung in Leipzig Plagwitz haben die Mitarbeiter sowohl am Mittwoch als auch am Donnerstag für den Erhalt ihrer Arbetisplätze demonstriert. Das hat offenbar nichts genützt.

Leipzigs Oberbürgermeister Jung teilte zur geplanten Schließung mit: „Milliardengewinn und gleichzeitig der Rausschmiss von tausenden Mitarbeitern – Siemens zeigt, dass das leider kein Widerspruch ist. Wir haben es hier mit einem Weltkonzern zu tun, der jede Verantwortung für Mitarbeiter und Regionen von sich weist und stattdessen Buchhalter entscheiden lässt. Siemens hat offensichtlich die Energiewende und deren Auswirkungen auf das Geschäft verschlafen – ausbaden muss das jetzt nicht das Management, sondern die Belegschaft.“

Politiker verschiedener Parteien äußerten sich ähnlich. „Ich habe überhaupt kein Verständnis für diese Entscheidungen, die jegliche regionale Verantwortung eines großen deutschen Konzerns vermissen lassen. Wir wollen jetzt mit Siemens über Alternativen für die sächsischen Standorte in Görlitz und Leipzig reden, um den guten Mitarbeitern eine Perspektive zu geben und das industrietechnische Know-how in Sachsen zu erhalten“, sagt der sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich.