Skandal? Höfe am Brühl: Vorschlag für Glasvitrine ohne Bearbeitung durch Ämter vom Tisch

Leipzig. Im Sommer 2010 entbrannte ein heftiger Streit um die geplante Brühlbebauung, das Einkaufscenter „Höfe am Brühl“. Im sogenannte „Fassadenstreit“ standen sich die Bauherren der Firma mfi, die Verfechter der historischen Kaufhausfassade und die Befürworter des alten DDR-Blechs gegenüber und stritten darum, welcher Anblick in Zukunft das Bild des Brühls prägen soll.

Einige Wochen nach Beginn der Abrissarbeiten kam eine neue Architekturvariante ins Gespräch. Diese hier.

Jede Seite zeigte sich schließlich damit zufrieden. Historie vereint mit modernem Shoping-Center und kultigem DDR-Blech.

Doch Dienstagmorgen dann der Schock. Medien berichteten davon, dass das Amt für Denkmalschutz diese Idee nun endgültig abgelehnt hat.

Das Amt selbst will davon nichts wissen. Eigentlich ist alles ganz anders, heißt es.

Telefoninterview mit Michael Kirsten – Landesamt für Denkmalpflege Sachsen im Video unter der News

Heftige Vorwürfe gegen die Baufirma, deren eigens engagierter Architekt Armand Grüntuch die Glasvitrine doch selbst entworfen hatte.

Auf ihrer eigenen Webseite ließ die mfi noch im vergangenen Herbst verlauten: „Der Vorschlag des Architekten, der sowohl von der Stadt als auch von der mfi positiv bewertet wird, soll nun mit dem Landesamt für Denkmalpflege und Gremien der Stadt erörtert und abgestimmt werden.“

Doch der Vorschlag kam dort nie in Form eines Bauantrages an, behauptet das Amt für Denkmalschutz, auf deren Entscheidung in den vergangenen Monaten alle gewartet hatten.

Von Seiten der mfi selbst war der Zuständige Bauplaner heute nicht für ein Interview zu erreichen. Wer die Glaslösung wirklich auf dem Gewissen hat kann derzeit also nicht mit Sicherheit gesagt werden.