Skandal um Dynamo Dresden: CDU will Zuschüsse zur Stadionmiete wieder zurücknehmen!

Die Diskussion um die Einstellung von Stephan Beutel als 2. Geschäftsführer hat gravierende Folgen für Dynamo. Die CDU fordert die Rücknahme des Stadtratsbeschlusses. Dynamo Dresden will sich Freitagnachmittag dazu äußern. +++

Die CDU hat die Forderung in der folgenden Öffentlichkeitserklärung abgegeben:

„Mit großem Unmut hat die CDU-Fraktion im Dresdner Stadtrat auf Presseberichte reagiert, nach denen Dynamo Dresden bereits am 1. März einen Vertrag mit Stephan Beutel, als zweitem Geschäftsführer unterzeichnet hat.
 
Anke Wagner, sportpolitische Sprecherin der Fraktion: „Das ist ein klarer Affront seitens des Vereins gegen die Stadtverwaltung und den Stadtrat. Ich fühle mich getäuscht und belogen! Die Verantwortlichen von Dynamo wussten die ganze Zeit, dass ein solcher Vertrag in Vorbereitung bzw. sogar schon unterzeichnet ist – und während der ganzen Verhandlungen hat sich Dynamo dazu nicht geäußert. Das ist für mich ein gezieltes Hintergehen und Belügen der Stadt um höchstmögliche Zuschüsse zu erreichen.“
 
Die Stadtverwaltung, die seit dem Liquiditätsdarlehn 2008 Mitspracherecht bei Personalentscheidungen hat, lehnte die Einstellung eines zweiten Geschäftsführers für Dynamo unter Hinweis auf die finanzielle Lage des Vereins ab. Dem folgte der Stadtrat und forderte den Verein auf, auf die Einstellung zu verzichten.

Wagner: „Diese Entscheidung weckt erhebliche Zweifel am Sparwillen des Vereins und zerstört die Grundlagen, auf denen der Stadtratsbeschluss am letzten Freitag gefällt wurde. Gerade noch beklagt Dynamo ein Defizit von 1,5 Mio. Euro um einen Zuschuss aus Steuermitteln zu bekommen und jetzt hat man mindestens 100.000 Euro pro Saison für einen zweiten Geschäftsführer übrig? Wem soll man das vermitteln? In meinen Augen tanzt Dynamo hier zum wiederholten Mal den Steuerzahlern auf der Nase herum.“

Aus diesem Grund wird die CDU-Fraktion einen Antrag stellen, in dem die Oberbürgermeisterin aufgefordert wird, den Vollzug des Beschlusses V0461/10 – Zuschusserhöhung zu Gunsten der Stadion Dresden Projektgesellschaft mbH – auszusetzen. Dieses Aussetzen soll bis zum Vorliegen einer Einigung zwischen der Landeshauptstadt Dresden und dem Verein Dynamo Dresden e.V. über die Besetzung des zweiten Geschäftsführers bzw. bis zur satzungsändernden Mitgliederversammlung erfolgen.

Gleichzeitig bittet die CDU-Fraktion Oberbürgermeisterin Helma Orosz bis zu einer Beschlussfassung über diesen Antrag weder zusätzliche finanzielle Mittel an die Projektgesellschaft oder den Verein auszureichen, noch irgendeinen sonstigen Punkt des Beschlusses umzusetzen oder mittels vertraglicher Konstruktionen einer Stadtratsbeschlussfassung vor zu greifen. Die CDU-Fraktion bleibt bei ihrer Einschätzung, dass für den Verein maximal 312.000 Euro Mehrkosten durch das Stadion verursacht werden und dass die Übernahme des kompletten Schuldendienstes durch die Landeshauptstadt in Höhe von 2,68 Millionen Euro (also 528.000 Euro mehr als bisher) für die nächsten zehn Jahre ein gutes Angebot an Dynamo ist. Nach wie vor hat CDU gesamtstädtisches Interesse im Blick und betrachtet Sache vor dem Hintergrund der schwierigen Finanzlage und im Sinne aller Sportvereine der Stadt.“

Die Debatte um die Lösung der Dynamo-Frage bleibt also spannend!

Quelle: CDU-Fraktion Dresden
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