SLV unzufrieden mit Verhandlungsergebnis

Nach mehreren Lehrerstreiks wurde am Donnerstag ein Verhandlungsergebnis erzielt.

Bei den letzten Tarifverhandlungen vom 9. und 10. März 2011 in Potsdam konnten sich der Sächsische Lehrerverband (SLV) und die Arbeitgeber auf einen Tarifvertrag einigen.

Zum 1. April 2011 ist eine lineare Entgelterhöhung um 1,5 Prozent für die rund 67.000 Tarifbeschäftigten des Freistaat Sachsens vorgesehen. Um weitere 1,9 Prozent und einem Sockelbetrag von 17 Euro sollen die Gehälter zum Jahresbeginn 2012 nochmals erhöht werden. Außerdem erhalten die Beschäftigten zeitnah eine einmalige Zahlung von 360 Euro.

Das Verhandlungsergebnis sieht jedoch keine Eingruppierung der Lehrer in Gehaltsgruppen vor. Von Seiten der Arbeitgeber wurde diese Forderung des SLV abgelehnt.

„Die meisten Lehrer haben nicht für mehr Geld gestreikt, sondern für Gerechtigkeit. Sie werden natürlich über dieses Verhandlungsergebnis nicht glücklich sein“, erklärt Jens Weichelt, Landesvorsitzender des SLV. Sächsische Lehrer haben im Gegensatz zu ihren Westkollegen einen geringen Verdienst und sind nicht verbeamtet.

Finanzminister Prof. Dr. Georg Unland argumentierte: „Wir sind mit diesem Ergebnis an die Grenzen unserer finanziellen Möglichkeiten gegangen. Nach schwierigen Verhandlungen haben wir einen Kompromiss gefunden. Die Tariferhöhung für die Tarifbeschäftigten des Freistaates belastet den sächsischen Haushalt in den Jahren 2011 und 2012 mit insgesamt rund 200 Millionen Euro.“

Jens Weichelt beharrt darauf, dass die Bezahlung nach Arbeitgeberrichtlinien auch in Zukunft unakzeptabel bleiben wird. Für ihn ist der Kampf noch nicht beendet: „Eine Bezahlung nach Arbeitgeberrichtlinien bleibt auch in Zukunft unakzeptabel. Mit dem vorgesehenen Sonderkündigungsrecht könnten sich für uns ab nächstem Jahr Chancen eröffnen, für einen Tarifvertrag zu kämpfen und das werden wir tun.“