Brennpunkt Augustusbrücke

Dresden - Infolge der Hochwasserschäden von 2013, wird die 390 Meter lange Brücke seit dem 18. April 2017 instand gesetzt. Autofahrer können sich vorerst freuen - denn die Bauarbeiten hatten Sperrungen des Terassenufers zur Folge. Bis Anfang Mai soll die Straße jedoch auch am Wochenende befahrbar bleiben.

Derzeit läuft der Abriss des alten Füllbetons an zwei Pfeilern und dem letzten Bogen. In den kommenden Wochen soll der Bogen nun von dem Aufbeton befreit werden, um Raum für den neuen Aufbau zu gewinnen. Parallel finden die Bewehrungs- und Betonagearbeiten statt, um die freigelegten Bögen und Pfeiler zu verstärken und sie haltbarer gegenüber Umwelteinflüssen zu machen.

Auch an den auszutauschenden Konsol-, Mauer-, und Kehlsteinen wird weitergearbeitet. Die Kämpferbereiche der Brücke, das ist der Übergang von Bögen und Pfeilern, werden in den kommenden Wochen mit Fahrbahn-Übergangskonstruktionen ausgestattet. Diese Konstruktionen können zum einen die Brückenbewegungen ohne Schaden aufnehmen und schließen zum anderen die Abdichtungsebene auf den Betonflächen. Somit kann keine Feuchtigkeit in die Bauwerksfugen eindringen.

Zwar werden derzeit noch die Grundflächen der Schalung hergestellt, aber der Bogen am Terrassenufer wird nun langsam sichtbar. Um die kassettenartige Aufteilung der Bogenunterseite nachzubilden, wird darauf eine Holzvertäfelung aufgebracht. Diese dient der Aufnahme einer Matrize. Dabei handelt es sich um eine Gummimatte, die neben der Kassettierung die grobe Struktur der Bogenunterfläche nachbildet. Damit soll nach Fertigstellung das ursprüngliche Erscheinungsbild des Bogens erreicht werden. Die Stirnbögen aus Sandstein werden außerdem wieder aufgebaut. Die sorgsam ausgebauten und aufbereiteten Originalsteine kommen nun wieder zum Einsatz.

Absehbar sind kleine Entspannungen in der Verkehrsführung. Bis Anfang Mai soll es auf dem Terrassenufer zu keiner weiteren Sperrung kommen. Die Einschränkungen am Neustädter Markt bleiben - es gibt keine andere Zufahrt zur Brücke. Der Elberadweg muss weiterhin über das Provisorium durch den Nachbarbogen umgeleitet werden. Etwa fünf bis sechs Wochen wird dieser Zustand anhalten, um Passanten und Radfahrer vor herabfallenden Steinen zu schützen.