So steht’s ums Sachsenbad – Neue Pläne werden vorgestellt

Dresden - Eine Machbarkeitsstudie zur Wiederbelebung des Sachsenbades wird am Montag vorgestellt. Die Stadtverwaltung hat sie beauftragt, nachdem rund 4.000 Menschen den Erhalt des früheren Schwimmbades in Pieschen in einer Petition gefordert haben. Es steht u. a. der Verkauf des Komplexes zur Debatte. Die Podiumsdiskussion zu den neuen Entwicklungen beginnt am 9. April um 18 Uhr im Rathaus Pieschen.  

In einer Petition haben 2016 rund 4.000 Unterzeichner den Erhalt des ehemaligen Schwimmbades im Dresdner Nordwesten gefordert. Die Bürgerinitiative „Endlich Wasser ins Sachsenbad“ war seinerzeit federführend für die Petition. Sie ist im Verein Pro Pieschen e.V. organisiert und kämpft seit Jahren um den Erhalt des Komlexes an der Wurzener Straße 18. Im Ergebnis wurde die Stadtverwaltung im Januar 2017 mit der Durchführung einer sogenannten Machbarkeitsstudie beauftragt. In so einer Studie kommt die Umsetzung eines Vorhabens auf den Prüfstand. Dabei hatten sich die Räte gegen einen Verkauf des Areals ausgesprochen. Zuletzt wurden die Kosten für eine Sanierung des denkmalgeschützten Komplexes auf 25 Millionen Euro geschätzt.

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Wie Pieschen-Aktuell meldet, soll die Rathaus-Vorlage nun aber doch den Verkauf vorschlagen. Das Sachsenbad solle demnach zu einem Gesundheitsbad umgebaut werden, was nur über einen privaten Investor finanzierbar sei.

Verwaltungsvorlage wird im Rathaus Pieschen vorgestellt

Zur Podiumsdiskussion lädt die Stadtratsfraktion B'90/Grüne am Montag, den 9. April, ab 18 Uhr ins Rathaus Pieschen. Dabei wird Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (B'90/Grüne) die Verwaltungsvorlage zum Sachsenbad vorstellen. Dresdens Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (Linke) wird über die historische, soziale und kulturelle Bedeutung des denkmalgeschützten Ensembles sprechen. Stadtrat Torsten Schulze (B'90/Grüne) wird außerdem ein Positionspapier der Grünen zum Bäderkonzept vorstellen. Im Anschluss erklärt die Bürgerinitiative „Endlich Wasser ins Sachsenbad“, vertreten durch Frau Prof. Dorothea Becker, ihre Positionen.
Der Stadtrat hatte sich im Januar 2017 bei der Verabschiedung des Prüfauftrages an die Stadtverwaltung noch gegen den Verkauf an einen privaten Investor ausgesprochen. Die nun erarbeitete Rathaus-Vorlage wird am kommenden Dienstag im Ortsbeirat Pieschen diskutiert.

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Zur Geschichte des Sachsenbads

Im November 1929 wurde das Sachsenbad als Volksbad Dresden-Nordwest eingeweihnt. Die Planung hat der damalige Stadtbaurat Paul Wolf übernommen. Die zweigeschossige Schwimmhalle ist im Stil des "Neuen Bauens" entstanden - nur einzelne Reliefs zieren die ansonsten schmucklose Putzfassade.

Das Sachsenbad besaß eine Dampfbadeabteilung, 33 Wannenbäder, 14 Kurbäder, 2 Sitzbäder, 16 Brausebäder sowie einen Gymnastiksaal. Mit einem Schwimmbecken von 25m x 11m zählte es seinerzeit zu einer der größten Schwimmhallen Dresdens und bot auch Zuschauern bei sportlichen Veranstaltungen Platz.

In den Vorkriegsjahren wurde es neben dem täglichen Badbetrieb für sportliche Wettkämpfe genutzt. Nach dem Krieg bezog die Deutsche Post übergangsweise Räume des unzerstörten Sachsenbads. In den 50er Jahren konnte es wieder den regulären Schwimmbetrieb aufnehmen. In den 80er Jahren wurden die einzelnen Bereiche letztmalig umfassend saniert. 1991 wurde zudem das Heizhaus auf Ölbetrieb umgestellt.

Ende 1992 hat der Dresdner Stadtrat grundelgende Sanierungsmaßnamen beschlossen. Im Verlauf der Planungen sind jedoch immer mehr Mängel festgestellt worden - die Kosten stiegen immens. Aus bautechnischen Gründen wurde das Sachsenbad 1994 geschlossen. Seither ist der Komplex dem Verfall preisgegeben.