Soko Kfz: Schlag gegen Autoschieber aus Usti nad Labem gelungen

Staatsanwaltschaft Dresden und die Polizeidirektion Dresden ermitteln wegen Verdachts des schweren Kfz-Bandendiebstahls gegen Täter aus dem Großraum Usti nad Labem. Mehrere Festnahmen erfolgt. +++

Der Staatsanwaltschaft Dresden, der Tschechischen Zentralstelle zur Bekämpfung der Organisierten Kriminalität (UOOZ), dem Landeskriminalamt Sachsen und der Polizeidirektion Dresden gelingt erneut ein Schlag gegen internationale Autoschieber

Im Rahmen eines bei der Staatsanwaltschaft Dresden geführten Verfahrens zur Bekämpfung der internationalen Kfz-Kriminalität unterstützten das Landeskriminalamt Sachsen und die Polizeidirektion Dresden die UOOZ Prag (Zentralstelle zur Bekämpfung der Organisierten Kriminalität im Polizeipräsidium Prag) bei umfangreichen Ermittlungsmaßnahmen in der Tschechischen Republik.

Seit Anfang 2013 führen die Staatsanwaltschaft Dresden und die Polizeidirektion Dresden ein Ermittlungsverfahren wegen Verdachts des schweren Kfz-Bandendiebstahls gegen eine Tätergruppierung aus dem Großraum Usti nad Labem.

Der Gruppierung konnten durch aufwändige Ermittlungen zunächst  43 Taten zugeordnet werden, welche vor allem Fahrzeuge der Hersteller Skoda und VW betrafen. Nach den Diebstählen in Deutschland, überwiegend im Großraum Dresden, wurden die Fahrzeuge nach Tschechien verbracht und in Werkstätten und Garagen zerlegt. Im Anschluss erfolgte der Weiterverkauf der Einzelteile.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Dresden erließ das Amtsgericht Dresden vier Haftbefehle, Durchsuchungsbeschlüsse für vierzehn Grundstücke sowie vier Arrestbeschlüsse in Höhe von jeweils 155.000 Euro.

Die Umsetzung der Beschlüsse im Großraum Usti nad Labem erfolgte Anfang April 2014 in einer mehrtägigen länderübergreifenden Einsatzmaßnahme des ÚOOZ Prag, der Soko-Kfz des Landeskriminalamtes Sachsen sowie Beamten der Polizeidirektion Dresden.

Der Einsatz führte zur Festnahme von drei männlichen und einer weiblichen Person im Alter von 34 bis 45 Jahren. Die vier tschechischen Beschuldigten befinden sich nunmehr in Auslieferungshaft in der Tschechischen Republik.

Die umfangreichen Durchsuchungsmaßnahmen führten zur Sicherstellung von ca. sechshundert Fahrzeugteilen (u.a. 117 Getriebe, 72 Fahrzeugsitze, 77 Beifahrerairbags, 69 Armaturenbretter mit Beifahrerairbag, 30 Lenkradairbags, 22 Fahrzeugtüren, 43 Steuergeräte, 49 Autoradios, 30 Kombigeräte) von Fahrzeugen der Hersteller Skoda, VW und BMW. Auch konnten weitere Beweismittel, insbesondere Unterlagen, PC-Technik, Mobiltelefone, Werkzeuge und  Personaldokumente aufgefunden und sichergestellt werden.

Darüber hinaus wurden zwei bebaute Grundstücke, Bargeld, Schmuck und insgesamt sieben Fahrzeuge sowie mehrere Anhänger im Rahmen der Vermögensabschöpfung gesichert.

Durch die Sicherstellungen konnten bisher bereits weitere einhundert Straftaten (53 in Deutschland und 47 in der Tschechischen Republik) geklärt werden.

Die Ermittlungen dauern an.

Quelle: Innenministerium Sachsen