Sommer werden immer nasser!

Der Sommer 2012 glänzt nicht gerade mit Sonne. Ganz im Gegenteil – er gibt sich bisher sehr wechselhaft.

In den letzten Wochen gab es ein wildes Durcheinander in der Wetterküche. Wolken, schwüle Luft, Unwetter und herbstliche Kühle haben sich die Klinke in die Hand gegeben. Da erinnern sich viele von uns sicher noch an den Sommer 2003. Damals erlebte Deutschland und Mitteleuropa den heißesten Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Zudem war dieser Sommer extrem trocken.

„Zeitgleich warnten Klimawissenschaftler und kündigten an, dass das nur der Anfang sei. Der deutsche Sommer würde zukünftig immer trockener und heißer werden, ja sogar vor möglichen Dürren wurde gewarnt. Wir haben uns nun die Sommer seit 2003 einmal genauer angeschaut und mussten feststellen, dass seit 2003 genau das Gegenteil der Fall war“ erklärt Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterportal wetter.net  die Ergebnisse.

Grafik 1 zeigt wie sich die Niederschläge der Sommer seit 2003 entwickelt haben. So fielen im „Jahrhundertsommer“ 2003 nur 70 Prozent der in einem Sommer normalen Regenmenge. Das war´s dann aber auch mit den trockenen Sommern. Sämtliche Sommer die danach kamen sammeln sich entweder um die 100 Prozentmarke, sind also genau im langjährigen Soll, oder waren sogar zu nass. Der Trend (= schwarze Gerade) über alle Sommer von 2003 bis 2011 zeigt: die Tendenz geht hin zu nasseren Sommern und nicht zu trockenen Sommern oder gar zu einer Dürre.

Auch der diesjährige Sommer ist nach dem aktuellen Stand normal bis leicht zu nass. Von Trockenheit kann also auch dieses Jahr keine Rede sein.

Quelle: www.wetter.net. Der Verlauf zeigt die im jeweiligen Sommer gefallene Regenmenge in Prozent. 100 Prozent ist dabei das langjährige klimatologische Mittel.

Grafik 2 zeigt die Temperaturabweichungen die die Sommer seit 2003 im Vergleich zum langjährigen klimatologischen Mittel aufweisen. 0 Grad Temperaturabweichung würde demnach bedeuten, dass der Sommer genau im langjährigen Durchschnitt lag, also weder zu warm, noch zu kalt war. Wir sehen, dass alle Sommer seit 2003 über diesem langjährigen Mittelwert liegen, also wärmer waren. Schaut man sich aber den Trend (= schwarze Gerade) seit 2003 an, dann stellt man rasch fest, dass die positive Temperaturabweichungen in den letzten Jahren abgenommen haben. Der Sommer 2012 ist bisher nahezu genau im langjährigen Mittel. Der Juni war um 0,3 Grad zu warm, die erste Julihälfte war um 0,2 Grad zu warm. D.h. auch dieser Trend setzt sich fort.

Quelle: www.wetter.net. Der Verlauf zeigt die Temperaturabweichungen der jeweiligen Sommer seit 2003. Die 0-Linie markiert dabei das langjährige klimatologische Mittel.

„Das Fazit: Weder die Prognose, dass die Sommer in Deutschland immer heißer werden noch die Prognose, dass die Sommer in Deutschland immer trockener werden kann sich fast 10 Jahre nach dem Jahrhundertsommer nachweisen lassen. Genau das Gegenteil ist bisher der Fall. Die Sommer wurden tendenziell feuchter und kühler“ erklärt Wetterexperte Jung.

So ist es dann auch nicht verwunderlich, dass es beim Sommer 2012 auch in den kommenden Tagen weitergeht wie bisher: wechselhaft, mal etwas kälter und mal etwas wärmer, aber alles im normalen Rahmen!

Ähnlich verhält es sich übrigens mit dem deutschen Winter. Vor rund 12 Jahren wurde hier von den Klimawissenschaftlern ebenfalls die These aufgestellt, dass es in Deutschland zukünftig keine Winter mit Eis und Schnee mehr geben würde. Fakt ist von den letzten vier Wintern, waren drei Winter kälter als im langjährigen Durchschnitt und brachten Rekordschneehöhen bis ins Flachland!

Hinweis: Als langjähriges klimatologisches Mittel wurde hier jeweils die amtliche Referenzperiode der Jahre 1961 bis 1990 herangezogen.