Sommertour: Robotron zwischen Firmentradition und Gegenwart

Dresden - Der Spagat zwischen Tradition und Moderne gelingt nicht vielen Unternehmen. Die Firma Robotron baut gegenwärtig an einem Firmenmuseum, in dem genau dieser Spagat gelingen soll. In der DREHSCHEIBE SOMMERTOUR hat Lucas Böhme den Dresdner Software-Riesen besucht.

Drehscheibe Sommertour

Etwas abgelegen in Dresden-Coschütz liegt ein riesiges Firmenareal. Umringt von zahlreichen Industrie- und Gewerbeschaffenden arbeitet hier auch die Software-Firma Robotron. Mit 68.000 Mitarbeitern war das damalige Kombinat ROBOTRON der größte Computerhersteller der DDR. Ganze 21 Betriebe vereinte das Kombinat zu jener Zeit im ganzen Land. Mit der politischen Wende, die auch für Gesellschaft und Industrie bedeutende Einschnitte mit sich führte, kam das Aus. Knapp drei Jahrzehnte später sollen die Erinnerungen wieder

© Sachsen Fernsehen
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geweckt werden - und zeitgleich die Arbeits- und Produktionsweise der "neuen" Robotron-Firma widergespiegelt werden.

Neues entsteht, Altes bleibt bestehen

Im Industriegebiet Coschütz/Gittersee baut Robotron aktuell gleich an mehreren Ecken und Enden. Während Arbeiter gegenwärtig noch an der Fassade und dem neuen Atrium der Firma werkeln, entsteht im Erdgeschoss das Firmenmuseum. Auf einer Fläche von gut 100 qm soll das künftige Museum unzählige Exponate umfassen: alte Rechner, Konsumgüter - kurzum: Arbeitsrelikte aus der DDR-Firmengeschichte.

Verzögerung als Chance verstehen

Die Eröffnung des Firmenmuseums musste aufgrund einer Wasser-Havarie, die durch einen baulichen Mangel entstanden ist, verschoben werden. Die maßgefertigten Vitrinen sind hinüber. "Wir wollen das aber als Chance sehen", verrät Museologin Susanna Käpler. Der Eröffnungstermin fällt nun auf ein weiteres Firmenhighlight - im April begeht Robotron sein 50-jähriges Firmenjubiläum. Im Zuge der großen Festwoche wird dann auch das Museum feierlich eingeweiht.

Besondere Lichtinstallationen

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Die Vitrinen mitsamt der ausgestellten Exponate werden zusätzlich durch besondere Lichtapplikationen unterstützt. Die Cottbusser Firma "LED Transfer" hat gemeinsam mit Robotron ein exklusives Licht- und Raumkonzept erarbeitet. Die Arbeiten an den Lichtquellen sollen in den kommenden Wochen abgeschlossen werden. Anschließend ziehen nach und nach die Exponate in das Museum ein und verleihen der Firmentradition dann wieder Leben - bildlich gesprochen.

Artikel erstellt von: Lucas Böhme