Sorgenkind Wiener Platz – Stadtverwaltung und Polizei mit neuem Sicherheitskonzept

Dresden – „Vorbeugen, Helfen und Unterbinden“, so lautet das neue Konzept für Suchtprävention und Aufenthaltsqualität am Wiener Platz von Stadtverwaltung und Polizei.

Mit verschiedenen aufeinander abgestimmten Maßnahmen möchte die Stadtverwaltung den Wiener Platz zu einem sicheren und möglichst drogenfreien Ort für Anwohner, Gewerbetreibende und Touristen machen. „Für Bahn- und Fernbusreisende ist der Wiener Platz das Eingangstor zu Sachsens Landeshauptstadt. Schon deshalb können und dürfen wir es uns nicht leisten, diesen innerstädtischen Platz veröden zu lassen“, erklärt Dr. Kristin Klaudia Kaufmann, Beigeordnete für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Wohnen. „Konkret geht es darum, das Suchthilfesystem zu verbessern und die Sicherheit am und im Umfeld des Wiener Platzes zu erhöhen. Es braucht Angebote zum Ausstieg aus dem Teufelskreis von Drogen, Gewalt und Kriminalität und Angebote, damit Menschen gar nicht erst in diese Falle hineintappen“, so Kaufmann weiter.

1. Prävention
Mit Aktionen im Umfeld des Wiener Platzes und an weiteren Brennpunkten sollen Risikogruppen besser angesprochen und über die Gefahren des Drogenkonsums aufgeklärt werden. Die Sozialen Dienste nehmen dabei eine starke Rolle ein, insbesondere Jugendhilfe und Suchthilfe. Der Wiener Platz soll langfristig baulich so gestaltet werden, dass er kein Refugium für kriminelles Verhalten bietet. Er soll ein attraktiv für die Anwohner, für Familien und für Touristen sein. Gedacht wird beispielsweise an Grünflächen, Spiel- und Sportgeräte, Videoinstallationen oder eine neue Haltestelle der Fahrbibliothek an der Prager Spitze. Eine flexible Sucht-Straßensozialarbeit wird eingerichtet, die über die herkömmlichen Strukturen hinausgehen und sich der Entwicklung der Dealer- und Konsumentenszene anpassen wird. Zielgruppe sind in erster Linie Erwachsene, die riskant Suchtmittel konsumieren.

2. Intervention
In unmittelbarer Nähe zum Wiener Platz soll eine Anlaufstelle für Suchtmittelkonsumenten entstehen. „Sie ergänzt die Beratungsinfrastruktur unserer Stadt. Da in diesem Sozialraum zuletzt auch Migranten als Konsumenten und Händler von Drogen auffällig wurden, sollen die Mitarbeiter über entsprechende Sprachkenntnisse und interkulturelle Kompetenzen verfügen. Wir erhoffen uns davon einen frühzeitigeren Zugang zu den Konsumenten. Das ist wichtig für eine erfolgreiche Suchtberatung und -behandlung“ erläutert die städtische Koordinatorin Suchtprävention, Dr. Kristin Ferse.

3. Repression
Der Maßnahmenplan sieht konsequentes Handeln und Ausschöpfen aller rechtlich möglichen repressiven Mittel vor. „Durch zusätzliche Stellen im Ordnungsamt können wir die Dienstzeiten ausweiten, sodass auch in den Abend- und Nachtstunden Kontrollen des Ordnungsamts am Wiener Platz möglich sein werden“, sagt Detlef Sittel, Erster Bürgermeister und Beigeordneter für Ordnung und Sicherheit. Denn besonders bei Dunkelheit nimmt das Sicherheitsgefühl der Dresdnerinnen und Dresdner ab, wie eine Auswertung der Kommunalen Bürgerumfrage 2016 ergab. „Auch Polizeieinsätze sind als klassische Maßnahmen Teil unseres gemeinsamen Plans“, fügt Polizeioberrat André Marschke, Leiter des Polizeireviers Dresden-Mitte, hinzu.

„Der Maßnahmenplan bringt die Akteure in allen Ortsamtsbereichen enger zusammen, die Brennpunkte wie jenen am Wiener Platz aufweisen. Nur so können sie ihre Aktivitäten optimal aufeinander abstimmen“, stellt Kaufmann fest. Die vorgeschlagenen Ideen sollen in Arbeitsgruppen unter Federführung der Ortsamtsleiter koordiniert und umgesetzt werden. Dadurch soll Transparenz für die Ortsbeiräte erreicht werden. Die sozialräumlichen Arbeitsgruppen werden frühzeitig einberufen, damit sich Brennpunkte in den Stadtteilen nicht verfestigen. Sie werden von der Koordinatorin Suchtprävention unterstützt.

Der Maßnahmenplan für Suchtprävention am Wiener Platz und weiteren Brennpunkten bis 2020 (V1708/17) wird voraussichtlich im Januar 2018 im Stadtrat behandelt.

Quelle: Sächsische Landeshauptstadt Dresden