Sozialbürgemeister unter Druck: Wird das Asylheim in Grünau verkleinert?

Bei der Tagung des Stadtbezirksbeirates West am Montagabend im Kulturhaus „Völkerfreundschaft“ überraschte Sozialbürgermeister Thomas Fabian (SPD) mit einer Ankündigung: Es wird überlegt, das geplante Asylheim in Grünau zu verkleinern. +++

„Wir haben die Pflicht, die Anzahl an Flüchtlingen aufzunehmen, die uns zugewiesen wird. Allerdings wird momentan intensiv geprüft, ob das Objekt in der Weißdornstraße nicht doch auf 50 Plätze verkleinert werden kann.“, so Fabian am Montagabend.

Bisher war geplant, 180 Asylbewerber im Großkomplex in der Weißdornstraße unterzubringen. Ausgelegt sei das Objekt sogar für 250 Flüchtlinge. Aufgrund des massiven Protests der Grünauer Anwohner sowie einer neu gegründeten Bürgerinitiative prüft die Stadtverwaltung nun, ob man die für alle anderen sechs Standorte festgelegte Anzahl von 50 Plätzen nicht auch auf den Grünauer Standort anwenden kann.

Fakt ist, dass Leipzig 2012 noch mit rund 400 Asylbewerbern rechnen muss. Die Kommune ist verplichtet, diesen Menschen ein Unterbringung bereit zu stellen. Dabei sind die sieben geplanten Standorte aus Sicht der Stadtverwaltung alternativlos. „Sonst müsste man die Flüchtlinge in Hotels und Pensionen unterbringen. Und das würde noch teurer werden.“, so Fabian.

Der Stadtrat entscheidet am 18.07.2012 über das Konzept der sieben dezentralen Standorte. Auch über den Standort in der Weißdornstraße in Grünau wird dann abgestimmt.