Sozialministerin besucht Chemnitzer Crystal-Suchtprojekte

Immer wieder stellt die sächsische Polizei große Mengen Crystal sicher.

Die Zahl der Konsumenten der Synthetikdroge ist nach Expertenschätzungen in den vergangenen Jahren sprunghaft angestiegen. Viel Arbeit für die Suchtberatungsstellen im Freistaat.

Die Beratungsstelle der Stadtmission Chemnitz hat am Mittwoch Besuch von Sachsens Sozialministerin Barbara Klepsch erhalten. Dort verschaffte sie sich einen Überblick zu den drängenden Fragen der Suchtprävention und -hilfe.

Zwei Projekte waren dabei besonders im Fokus. So kümmert sich das Projekt PICKNICK um Kinder Crystal-abhängiger Eltern. Über einen Zeitraum von 12 Monaten wird dabei mit den Kindern im Alter von 7 bis 12 Jahren in Gruppensitzungen gearbeitet.

Das Projekt PLAN B richtet sich an komplette Familien, in denen die Droge Crystal Meth eine Rolle spielt. Ein ganzes System von Helfern kümmert sich hier derzeit um 15 betroffene Chemnitzer Familien. Die zunehmende Zahl der Suchtkranken entwickelt sich immer stärker zu einer gesamtgesellschaftlichen Aufgabe.

Interview: Barbara Klepsch (CDU), Sächsische Staatsministerin für Soziales und Verbraucherschutz

Für 2016 hatte der Freistaat eine Million Euro zusätzlich für die 45 sächsischen Beratungsstellen zur Verfügung gestellt. Außerdem werden Projekte zum Thema „Crystal“ mit weiteren 1,3 Millionen Euro gefördert.

Die Extramittel haben die Arbeit der Helfer etwas erleichtert. Diejenigen, die sich hilfesuchend an Suchtberatungsstellen wie in Chemnitz wenden, erhalten schnell einen Termin.

Anders sieht es im Bereich der Suchtprävention aus. Dort existieren derzeit Wartezeiten bis zu einem dreiviertel Jahr. In diesem Bereich gehen außerdem die Mittel aus, da hier der Freistaat seine Finanzierung für 2017 gekappt hat.

Interview: Andreas Rothe, Leiter „Ambulante Suchtkrankenhilfe“ Stadtmission Chemnitz

Die erfahrenen Helfer in den Suchtberatungsstellen erhoffen sich eine langfristige, gut planbare Finanzierung ihrer Arbeit. Förderperioden von ein bis zwei Jahren reichen im Bereich der Arbeit mit Suchtkranken nicht aus.

Menschen, die Crystal oder anderen Substanzen verfallen sind, tragen die Sucht ein Leben lang mit sich, auch wenn sie aus medizinischer Sicht wieder drogenfrei sind.