SPD-Frauen fordern Reißverschlussverfahren

Dresden - Die Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen Sachsen hat einen neuen Vorstand: Zur Vorsitzenden wurde die 27-jährige Politikwissenschaftlerin Laura Stellbrink aus Chemnitz gewählt. Deren Stellvertreterinnen sind die Historikerin Julia Bombien (36, Chemnitz) und die Redakteurin Katharina Kleinschmidt (56, Leipzig). 

Laura Stellbrink tritt mit einem ambitionierten Programm an: „Ich will eine starke ASF, die allen Frauen eine Stimme gibt, Krach schlägt, landespolitisch präsent ist, wichtige Debatten anregt und begleitet. Eine Arbeitsgemeinschaft, die sich selbstbewusst einmischt und klare Positionen formuliert. Handlungsbedarf ist dringend geboten in einer Welt, in der uns durch unser Geschlecht noch immer ein unsichtbares wie sichtbares Korsett auferlegt wird. Die Geschichte der SPD ist uneingeschränkt mit dem Ziel der Gleichstellung von Frau und Mann verbunden. Es ist die Aufgabe der ASF, dafür zu sorgen, dass die Sozialdemokratie ihrer Bestimmung mit Nachdruck und konsequent gerecht wird, indem sie für die Gleichstellung der Geschlechter aktiv eintritt.“

Die Wahlversammlung brachte zwei wichtige politische Anliegen auf den Weg. Der Freistaat Sachsen wird aufgefordert, die Lücke im Hilfenetz zu schließen und Schutzeinrichtungen für Frauen und Kinder in allen Landkreisen vorzuhalten. Bis heute fehlen solche Einrichtungen in Nordsachsen und im Erzgebirgskreis. Ein weiterer Antrag behandelt die Einführung des „Reißverschlussverfahrens“ bei den Listenaufstellungen der SPD Sachsen für Kommunal- und Landtagswahlen. Die ASF Sachsen spricht sich für eine Statutenänderung aus, die die abwechselnde Reihung von Frauen und Männern zwingend vorsieht. Dazu Laura Stellbrink: „Das Statut der SPD Sachsen ist nicht mehr zeitgemäß, es sollte deshalb dringend an das Bundesstatut angepasst werden. Mit diesem Antrag ist die ASF Sachsen bestrebt, eine Anhebung des Frauenanteils zu forcieren."

Der neue Landesvorstand dankt Iris Raether-Lordieck MdL, die den Vorsitz in den letzten zwei Jahren innehatte, für ihr Engagement und ihre Arbeit. „Ich freue mich auf die weitere Zusammenarbeit mit Iris im Vorstand. Sie ist als gleichstellungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion des Sächsischen Landtags für uns eine wichtige Vertreterin innerhalb der Fraktion und im Parlament.", so Stellbrink abschließend.

© ASF Sachsen
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