SPD fürchtet weiteren Abbau von Lehrerstellen

Laut der SPD-Landtagsabgeordneten Eva-Maria Stange geht der Abbau von Lehrerstellen im aktuellen Schuljahr weiter.+++

Lesen Sie hier eine Mitteilung von Eva-Maria Stange, stellvertretende Vorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag:

„Das neue Schuljahr startete auf ‚Kante genäht‘ mit nur 27.340 Lehrerstellen; das sind 255 weniger als im Jahr zuvor. Aber ab 1. Januar 2013 werden es nur noch 27.231 Stellen sein. Das ergab die Antwort der Staatsregierung auf eine Kleine Anfrage von mir. Im Laufe des Schuljahres werden also ca. 110 Lehrerstellen abgebaut. Von einem Stellenaufwuchs, den der Ministerpräsidenten immer wieder behauptet, kann also keine Rede sein.

Die Schülerzahlen an öffentlichen Schulen hingegen sind um ca. 14.000 angewachsen! Hinzu kommt, dass bis zum Jahresende mehr als 165 Lehrkräfte die Schule altersbedingt verlassen werden. Dabei sind Kündigungen etc. nicht eingerechnet. Dafür werden lediglich 110 Lehrer befristet auf ein Jahr eingestellt. Damit entsteht eine weitere Lücke, die zunächst u.a. mit Rentnern und Überstunden gedeckt werden soll. Unterrichtsausfall und Chaos an den Schulen sind damit vorprogrammiert.

Die Antwort des Kultusministeriums offenbarte noch eine weitere Lüge: Die Staatsregierung hat offenbar über Jahre der Öffentlichkeit und dem Landtag eine deutlich besser Lehrerausstattung der Mittelschule vorgespiegelt, als in der Praxis tatsächlich der Fall war. So sind aktuell 645 Mittelschullehrerstellen gar nicht besetzt und stattdessen 652 Lehrerstellen mehr an Berufsbildenden Schulen. Da reibt man sich verwundert die Augen.

Die Erklärung kann nur sein, dass schon lange im Kultusministerium bekannt war, dass an den Berufsbildenden Schulen die Lehrer dringend zur Abdeckung des Unterrichts benötigt wurden und diese den Mittelschulen daher per Abordnung entzogen wurden. Ab 2013 soll das endlich bereinigt werden. Doch haben die Mittelschulen dann auch genug Lehrerinnen und Lehrer? Die SPD-Fraktion fordert die Staatsregierung erneut auf, endlich die Schulen mit ausreichend Lehrkräften auszustatten und dazu die Einstellungszahlen deutlich zu erhöhen.

Was heute nicht eingestellt wird, fehlt nicht nur aktuell im Unterricht, sondern auch in den kommenden Jahren. Denn dann werden jährlich 1.000-1.600 Lehrer in Rente gehen. Spätestens in drei Jahren sind alle Reserven für die Absicherung des Unterrichts ausgeschöpft. Die Staatsregierung handelt verantwortungslos gegenüber der heranwachsenden Generation, wenn sie nicht schleunigst gegensteuert.“

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