SPD-Landtagsabgeordnete kritisiert Dresdner Schulnetzplanung

Zu große Klassen, zu viele Kinder auf zu engem Raum. Baufällige Gebäude sollen als Schulen genutzt werden und dann im laufenden Betrieb saniert werden. Für die Abgeordnete Eva-Maria Stange unzumutbare Planungen. +++

Schulnetzplanung hat den Charme eines Krisenszenarios

Die bildungspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion und Abgeordnete des Dresdner Westens, Dr. Eva-Maria Stange, kritisiert die heute von der Stadt vorgelegte Schulnetzplanung scharf und bezeichnet sie als hilfloses Krisenszenario.

„Viel zu spät reagiert die Stadt auf die seit Jahren ansteigende Kinderzahl, als ob man auf ein Wunder gewartet hätte. Jetzt wo die Kinder an der Schwelle zur Grundschule stehen, Gymnasien und Mittelschulen bereits aus den Nähten platzen, versucht man durch Zusammenlegung von Schulbezirken ,Auslastung der Schulgebäude bis in den letzten Hortraum und Aufstockung der Klassengrößen den Rechtsanspruch auf den Schulbesuch krisenhaft zu bewältigen. Allein die Zusammenlegung der Schulbezirke in Cotta und Plauen führt zu immens langen und gefährlichen Schulwegen für die Kleinsten.

Horträume und-gebäude sollen zu Klassenzimmern werden. Damit wird die Entspannung der Kinder nach dem Unterricht, ruhige Hausaufgabenecken oder eine Umsetzung von Freizeitangeboten im Ganztagsbereich unmöglich gemacht.

Die Stadt kann sich gleich auf die Einstellung von mehr Schulsozialarbeitern einstellen, denn diese Beschulung auf engstem Raum in großen 30er Klassen wird zu einer höheren psychischen Belastung der Schüler und der Lehrkräfte führen.

Es ist ein Unding, dass ehemalige Schulstandorte wie die 38. Mittelschule auf der Saalhausener Straße bereits im unsanierten Zustand als Grundschule genutzt werden sollen und dann im laufenden Unterrichtsbetrieb über Jahre die notwendigsten Maßnahmen vorgenommen werden. Auch der vom CDU-Kultusminister Prof. Roland Wöller immer wiederangepriesene Wechsel von der Mittelschule auf das Gymnasium ist in Dresden schon heute kaum und zukünftig gar nicht mehr möglich, da dort jeder Stuhl bereits mehrfach besetzt ist.
Zu guter letzt stellt die Stadt dann auch noch den Betrieb des Beruflichen Gymnasiums am Berufsschulzentrum für Agrarwirtschaft und Ernährung in Altroßthal ein. Auch dieser Aufstiegsweg ist damit abgeschnitten oder nur durch lange und kostenintensive Schulwege möglich.  Dieser Schulnetzplan muss in den kommenden Wochen eine Änderung erfahren. Die Schule ist ein Ort, in dem die Kinder dieser Stadt gebildet werden sollen und nicht geparkt wie in einem viel zu kleinem, baufälligem Parkhaus. Aber genau diesen Eindruck vermittelt die vorgelegte Planung und vermittelt damit den Charme eines hilflosen Krisenszenarios.“

Quelle: Bürgerbüro der SPD-Landtagsabgeordneten Eva-Maria Stange

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