Spender ermöglichen familiengerechtere Zimmerausstattung an der Uniklinik

Spender und Sponsoren der 9. Dresdner Walzernacht sammelten für schwerkranke Patienten des Universitätsklinikums insgesamt 2.750 Euro. So konnte ein Patientenzimmer neu gestaltet werden und der Klinikalltag für Kinder und Jugendliche erleichtert werden. +++

Kinder und Jugendliche, die an sogenannten lebenslimitierenden Erkrankungen leiden, werden oft über viele Wochen, oft sogar über mehrere Monate stationär versorgt. Dies bedeutet für sie wie auch für ihre Eltern eine große seelische Belastung. Damit sie nicht in jedem Moment daran erinnert werden, dass sie in einem Krankenhaus liegen, ist eine wohnliche Atmosphäre in den Krankenzimmern wichtig. Um den für diese schwerkranken Patienten vorgesehenen Einzelzimmern den nüchternen Krankenhauscharakter zu nehmen, ist das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden auf zusätzliche Gelder angewiesen. Mit Spenden von Gästen und Unterstützern der 9. Dresdner Walzernacht vom April 2012 konnte nun ein erstes Einzelzimmer auf der kinderneurologischen Station neu eingerichtet werden.

Gäste und Sponsoren der Walzernacht hatten insgesamt 2.750 Euro gespendet, um ein Patientenzimmer neu gestalten zu können. Insgesamt verfügt die neuropädiatrische Station – hier werden vor allem Kinder betreut, bei denen das Nervensystem aufgrund verschiedener Erkrankungen stark beeinträchtigt ist – über zwei Einzelzimmer. Dadurch gibt es auch die Möglichkeit, dass die Eltern der behandelten Kinder problemlos mit im Zimmer übernachten. Dank der Spenden konnten vor allem ein hochwertiges Schrankbett, ein großer Sitzsack – darauf können die Kinder und Eltern liegen und Kleinkinder lassen sich damit in anderen Positionen lagern – Zimmerdekoration und Lampen angeschafft sowie der Raum in ansprechenden Farben gestrichen werden.

„Das Engagement von Privatpersonen, Firmen und Institutionen spielen eine wichtige Rolle bei der Finanzierung solcher Dinge einer Klinik, für die es weder Gelder von den Krankenversicherungen noch von den jeweiligen Krankenhausträgern gibt. Durch dieses bürgerschaftliche Engagement wird es unter anderem möglich, dem Ambiente einer Klinik eine persönlichere Note zu geben. Mit den stark zweckorientiert vergebenen Mitteln zur Krankenhausfinanzierung ist dies leider nicht möglich. Deshalb danken wir den Spendern herzlich und wünschen uns auch in Zukunft solche Unterstützungen“, sagt Prof. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums.

In einem Krankenhaus wie dem Dresdner Universitätsklinikum werden regelmäßig Patienten mit lebenslimitierenden Krankheiten behandelt. Darunter fallen lebensbedrohliche Erkrankungen, für die zwar heilende Therapien existieren, deren Erfolg aber nicht sicher ist. Hinzu kommen unheilbare Erkrankungen, bei denen langandauernde, intensive Behandlungen helfen, das Leben der Patienten zu verlängern und die Teilnahme an normalen kindlichen Aktivitäten zu ermöglichen. Zu lebenslimitierenden Erkrankungen gehören auch schwere neurologische Behinderungen, die den Organismus schwächen und so besonders anfällig für gesundheitliche Komplikationen machen. Hinzu kommen fortschreitende Erkrankungen, für die es keine therapeutischen Optionen gibt. Die Patienten werden dann häufig über viele Jahre medizinisch und pflegerisch begleitet. Hier geht es darum, den Kranken ein Höchstmaß an Lebensqualität zu sichern. Im Mittelpunkt steht dann die Behandlung krankheitsbedingter Symptome – etwa Atemnot oder Schmerzen.

„Es kommt durchaus vor, dass Patienten mehrere Monate stationär versorgt werden müssen. Im letzten Jahr wurde ein Mädchen sieben Monate in diesem Zimmer betreut. Das bedeutet auch für die Eltern, die bei ihrem Kind bleiben möchten, eine große Belastung. Ein ansprechendes Umfeld ist deshalb ganz wichtig. So werden sie nicht in jeder Sekunde daran erinnert, dass sie in einem Krankenhaus sind“, sagt PD Dr. Maja von der Hagen, Leiterin der Abteilung für Neuropädiatrie der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin.

„Wir sind froh, dass sich Menschen auch für die Neuropädiatrie engagieren“, sagt der Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Dresdner Uniklinikum, Prof. Reinhard Berner. „Während beispielsweise Kinder mit bösartigen Erkrankungen im Bewusstsein der Bevölkerung vergleichsweise viel Aufmerksamkeit erfahren, gilt dies für Kinder mit anderen lebenslimitierenden, insbesondere auch neurologischen Erkrankungen weit weniger. Die Patienten und ihre Eltern sind jedoch ebenso unterstützungsbedürftig.“

Um künftig mehr Spender für die besonderen Aufgaben der Dresdner Hochschulmedizin zu gewinnen, wurde 2012 eine eigene Stiftung durch das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus und die gleichnamige Medizinische Fakultät ins Leben gerufen. „Die ‚Stiftung zur Förderung der Hochschulmedizin Dresden‘ hat das Ziel, nachhaltig und langfristig sowohl wissenschaftliche Projekte als auch innovative Therapien finanziell zu unterstützen“, sagt Wilfried Winzer, Kaufmännischer Vorstand des Uniklinikums. Weitere Informationen zur Stiftung gibt es im Internet unter www.stiftung-hochschulmedizin.de.

Quelle: Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden, Foto: Holger Ostermeyer