Nossener Brücke wird einspurig

Dresden - Die Nossener Brücke wird ab Ende August einspurig, da sich die Risse in den Schweißnähten vergrößert haben. Eine Reparatur ist möglich, aber kompliziert.

Die Nossener Brücke über die Gleise der Deutschen Bahn weist Risse auf und muss bis zum Bau einer neuen Brücke im Zuge der Stadtbahn 2020 notinstandgesetzt werden. Als erste Maßnahme zum Schutz der Brücke hatte die Stadtverwaltung die zulässige Geschwindigkeit auf 30 km/h reduziert. Die Wirksamkeit dieser Maßnahme war allerdings begrenzt, weil sich viele Kraftfahrer nicht an die Begrenzung hielten. Die Risse verstärkten sich. Deshalb wird der Verkehr jetzt über den noch nicht geschädigten linken Fahrstreifen geleitet. Der rechte Fahrstreifen stadtauswärts wird gesperrt. In den rissgeschädigten Bereichen des rechten Fahrstreifens werden ab Ende September/Anfang Oktober die Schweißnähte ausgefugt und erneuert. Das Unterfangen gestaltet sich schwierig, da den Arbeitern der Zugang zu den betroffenen Bereichen nur durch eine 60x80cm große Einstiegsluke möglich ist. Im Brückenkasten müssen sie dann bei einer Höhe von 1,20 Meter schweißen, was nicht ungefährlich ist.

„Wir haben bei der Nossener Brücke einen hohen Handlungsdruck. Mit der Sperrung der Fahrbahn und der Notinstandsetzung wollen wir die Brücke bis zur Fertigstellung einer neuen Brücke befahrbar halten. Unsere Bauingenieure überwachen das Bauwerk ständig“, beschreibt Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain die Maßnahmen. „In diesem Jahr wollen wir noch eine Lesefassung der Entwurfsplanung für das neue Brückenbauwerk fertigbekommen und sie der Landesdirektion Sachsen für eine erste Prüfung vorlegen. Der tatsächliche Brückenbau kann frühestens 2025 beginnen. Die Vorplanungen mussten wegen der Durchfahrtshöhen der Deutschen Bahn komplett überarbeitet werden“, so Schmidt-Lamontain weiter.