Spielabbruch beim Fußballspiel SV Mügeln – Roter Stern Leipzig

Am Samstag fand das Bezirksklassespiel zwischen dem SV Mügeln und Roter Stern Leipzig e.V. in Mügeln statt. Schon vor dem Spiel traten einige der Fans von RSL aggressiv auf, berichtete die Polizei in der Nacht zum Sonntag.

Die Leipziger Fans sollen nach Polizeiinformationen versucht haben, das Stadion durch den Eingang zu betreten, der den Anhängern der Heimmannschaft zugewiesen war. Die Kennzeichnung der Zugänge war eindeutig auf dem Weg zum Stadion an der vorgelagerten Kreuzung erfolgt. Kurz vor dem Eingang fiel diese Gruppe der Roter Stern-Anhänger durch Parolen wie zum Beispiel „Rache für Brandis“ auf. Ein Anhänger des SV Mügeln wurde durch einen Leipziger Fan schwer verletzt, so die Polizei. Die Identität des Schlägers wurde durch die Polizei noch während der Spieldauer ermittelt.

Nach Spielbeginn nutzten beide „Fanlager“ die Gegebenheiten im Stadion aus, um sich gegenseitig verbal anzugreifen. Durch Polizeikräfte wurde daraufhin ein Block der Heimfans geräumt, um den Abstand zwischen den Fangruppen zu vergrößern. Nach ca. 15 Minuten Spielzeit wurde Strafanzeige gestellt: Die eingesetzten Polizeikräfte prüften nach Hinweis der Leipziger-Fans ein aus dem Heimfanblock begangenes Zeigen des Hiltlergrußes. Als die Polizei dazu Personalien von Zeugen bei RSL-Anhängern feststellen wollte, wurde sie von unbeteiligten Gästefans angegriffen, berichtete die Polizeidirektion Westsachsen in der Nacht zum Sonntag.

In der Folge wurde versucht, die Polizei an der Zeugenermittlung zu hindern. Dies wurde mit Zwangsmaßnahmen seitens der Polizei beendet. Während dieser Zeit betraten Roter Stern-Fans das Spielfeld. Der Schiedsrichter brach das Spiel aufgrund des Tumultes ab. Beim Eingreifen der Polizei wurden zwei Fans und ein Polizeibeamter leicht verletzt. Der durch die Aussagen der Gästefans letztlich doch bekannt gemachte Tatverdächtige konnte noch vor Ort ermittelt werden, teilte die Polizei mit.

Nach 25 Minuten Unterbrechung wurde das Spiel fortgesetzt. Der Schiedsrichter hatte den Mannschaften angekündigt, das Spiel bei erneuten Störungen abzubrechen. In der zweiten Halbzeit setzten sich verbale Auseinandersetzungen zwischen beiden Fanlagern nach Polizeiinformationen fort. Es wurden zunehmend diskriminierende Sprüche gerufen. Ermahnungen der Ordnungskräfte blieben unbeachtet. In der 80. Spielminute pfiff der Schiedsrichter auf Grund von ihm wahrgenommener rassistischer Gesänge aus dem Bereich der Mügelner Fans das Fußballspiel vorzeitig ab. Ein Tatverdächtiger dazu wurde noch am Ort durch die Polizei festgestellt.

Eine Auswertung von Videomaterial zu weiteren Tatbeteiligten erfolgt durch die Polizeidirektion Westsachsen in den kommenden Tagen. Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen.