Spielbericht L.E. Volleys zum Heimsieg gegen Grafing

Nach 78 Minuten Spielzeit verwandelte Jannik Kühlborn am Samstagabend seinen letzten Angriff zum erlösenden 3:0 Spielgewinn und beendete damit ein unterhaltsames Match, welches zwar nicht das beste Niveau, dafür aber viel an Unterhaltung bot. Die ferienbedingt wenigen 325 Zuschauer sahen lange Ballwechsel, bei denen die Volleys eher mit Kampfgeist denn mit spielerischer Klasse zu überzeugen wussten. Im ersten Satz begannen die Leipziger noch überlegen und zogen schnell auf ein 13:7 davon, ehe sich dann doch zahlreiche Fehler im Spielaufbau einschlichen, was die engagierten Grafinger Gäste auszunutzen wussten und beim 20:20 ausglichen. Zwei Aufschlags-Asse von Jannik Kühlborn und ein sensationeller Block von Kapitän Günther und Erik Wichert machten dann am Ende den Unterschied und Leipzig ging nach einem 25:21 mit 1:0 in Satzführung. Der zweite Durchgang begann sehr ausgeglichen und beide Mannschaften agierten auf Augenhöhe. Erst nach einem gefühlt zwei Minuten langem Ballwechsel, der viel an Unterhaltung bot und zu Gunsten der L.E. Volleys ausging, schien der Knoten geplatzt. Zwar forderten einige Leipziger Spieler erschöpft bei Steffen Busse eine Auszeit, doch dieser verweigerte sich konsequent, was sich im Nachhinein als richtige Maßnahme herausstellen sollte. Denn von da an zeigten die Leipziger wieder einen Hauch von Klasse und boten alles, was ein gutes Spiel ausmacht. Tolle Blockaktionen, Asse und sichere Angriffe bescherten den Gastgebern ein deutliches 25:17 als verdienten Lohn. Dies war dann wohl doch etwas zu viel an Überlegenheit. Denn Grafing übernahm nun das Zepter. Überzeugte durch ordentliche Feldverteidigung und die Bayern nutzen jeden kleinen Fehler oder „Gammelei“ ihrer Gastgeber konsequent aus. Lange Zeit führten sie, lagen schnell mit 16:20 aus Leipziger Sicht in Front. Steffen Busse nahm zum Verschnaufen Erik Wichert aus dem Spiel und brachte Zuspieler Roman Metelskiy auf seine Position. 18:22 stand es mittlerweile für Grafing, als eben dieser Metelskiy einen Angriff geschickt platzierte und Sebastian Hähner es ihm gleich nach machte. Anschluss beim 20:22. Weitere erfolgreiche Aktionen und die Rückkehr von Erik Wichert brachten beim 23:23 den Ausgleich, ehe Grafing dann den ersten Satzball hatte. Busse unterbrach das Spiel noch einmal für ein Gespräch mit seinem Team und fand wohl die richtigen Worte. 24:24. Aufschlagfehler Leipzig, 24:25 Satzball Grafing. Aufschlagfehler Grafing 25:25, Doppelschlag Jannik Kühlborn und 27:25, Sack zu, wieder einen scheinbar verlorenen Satz gedreht und 3:0 gewonnen. Den Zuschauern gefiel es, das Ende. Festzuhalten ist, dass Leipzig seine alte Form als amtierender Meister noch nicht wiedergefunden hat. Die Personalveränderung auf der Zuspielposition ist noch nicht verdaut. Und dennoch. Jungspund Niclas Ivenz hatte seine Premiere, begann und spielte durch. Und er machte es ordentlich, wenn auch mit Luft nach oben. Aber genau darum geht es ja, wenn man junge Spieler integrieren will. Und die Mannschaft scheint stark genug, um auch solche „Lernphasen“ kompensieren zu können. Und wieder einmal hat sie in der entscheidenden Phase einen scheinbar verlorenen Satz mit starken Nerven siegreich gedreht. Als beste Spieler (MVP) wählten die Trainer jeweils gegenseitig Henry Glöckner von den Volleys und Benno Voggenreiter von den Gästen aus. Wenige Stunden bleiben nun der Mannschaft, da sie am Sonntag um 15.00 Uhr schon wieder ans Netz muss. Diesmal geht es um das Achtelfinalticket im DVV-Pokal. Gegner ist der Regionalsieger aus Süd-West TGM Mainz Gonsenheim. Gelingt ein Sieg, winkt am 12. November ein Spitzenspiel gegen den Erstligisten aus Lüneburg.