Staatliche Kunstsammlungen Dresden bekommen Chefin

Marion Ackermann wird neue Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Sie beginnt am 1. November 2016. Sie folgt auf Prof. Dr. Hartwig Fischer, der zum 1. April 2016 als Direktor ans British Museum nach London wechselte.

„Ich begrüße Marion Ackermann als neue Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlungen in Dresden. Mit ihr haben wir eine versierte Leiterin großer Museen und eine anerkannte Kunsthistorikerin gefunden. Ich bin sehr froh, dass sie zugesagt hat und wir damit für die Kunstsammlungen Planungssicherheit haben“, kommentierte Kunstministerin Eva-Maria Stange die Personalentscheidung. „Marion Ackermann wird die große Tradition der Pflege des sächsischen Staatsschatzes erfolgreich fortsetzen und die außerordentliche Entwicklung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden in den nächsten Jahren weiter befördern. Ich bin mir sicher, dass sie es versteht, ihre umfangreichen Erfahrungen als Museumsleiterin und als Wissenschaftlerin so einzusetzen, dass die Kunstsammlungen ein international anerkannter Besuchermagnet bleiben. Mit ihrem eigenen Blick auf die Sammlungen, die Werke in den Museen und in den Depots wird sie die Kunstsammlungen anregen, neue spannende Ausstellungen zu kuratieren. Sie übernimmt einen hervorragend aufgestellten und international profilierten Verbund von 14 Museen und weiteren Institutionen mit einem ausgezeichneten Team.“

Die promovierte Kunsthistorikerin Ackermann, 1965 in Göttingen geboren, studierte Kunstgeschichte, Germanistik und Geschichte in Göttingen, Kassel, Wien und München. Sie wurde zum Thema „Kandinskys autobiographische „Rückblicke“ im Kontext seiner frühen Schriften“ promoviert. Sie war zunächst Kuratorin der Städtischen Galerie im Lenbachhaus München, übernahm Lehraufträge an der Kunstakademie München und verschiedenen Universitäten und wurde 2003 zur Direktorin des Kunstmuseum Stuttgart berufen. Seit 2009 fungiert sie als Künstlerische Direktorin der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf.
Marion Ackermanns wissenschaftlicher Schwerpunkt liegt auf der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts. Sie kuratierte Ausstellungen zu Paula Modersohn-Becker, Rosemarie Trockel, Max Bill, Christian Jankowski,  über das Triptychon in der Moderne, zu Joseph Beuys, Kandinsky, Thomas Saraceno, Uecker und anderen. Sie ist Mitglied der Groupe BIZOT, des Kunst- und Ausstellungsausschusses des Auswärtigen Amtes, des Goethe-Instituts, des Conseil d’Administration des Grand Palais, Paris, sowie Jurymitglied des Kaiserrings Goslar.

Die künftige Generaldirektorin Marion Ackermann erklärt: „Mich fasziniert die Vielfalt der Sammlungen, auch die historische Tiefe von den Alten Meistern über die Türckische Cammer bis zum Gerhard Richter-Archiv. Mich reizt der Dialog zwischen Freier und Angewandter Kunst, der sich durch die Sammlungen zieht und tief in der Tradition Sachsens verankert ist. Auch wenn es mir nicht leicht fällt, Düsseldorf nach sieben intensiven Jahren zu verlassen, sehe ich die besondere Konstellation der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, zu denen auch ethnologische Museen gehören, als ideale Ausgangsbedingung, um die Dialoge zwischen den Kulturen der Welt weiter zu intensivieren. Dabei geht es nicht nur um eine Steigerung der internationalen Ausstrahlung, sondern auch darum, die Menschen vor Ort partizipativ in diesen Prozess miteinzubeziehen. Ich freue mich sehr darauf, gemeinsam mit den wunderbaren Direktorinnen und Direktoren sowie dem gesamten Team daran zu arbeiten, und mit meiner Familie nach Dresden zu ziehen.“

Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden gehören mit ihren insgesamt 14 Museen und weiteren Institutionen zu den bedeutendsten und ältesten Museumsverbünden der Welt. Hervorgegangen sind sie aus den im 16. Jahrhundert angelegten Sammlungen der sächsischen Kurfürsten, vor allem aus der im Dresdner Residenzschloss eingerichteten Kunstkammer, und repräsentieren damit 450 Jahre sächsische Geschichte. Durch den schrittweisen Einzug der Sammlungen in das wiedererrichtete Residenzschloss, die grundlegende Sanierung und Neugestaltung des Albertinums sowie durch zahlreiche hochkarätige Sonderausstellungen im In- und Ausland und durch stark beachtete Bemühungen um die wissenschaftliche Aufarbeitung der jüngeren Sammlungsgeschichte haben die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden ihre internationale Reputation in den vergangenen Jahren stark ausgebaut.

Um einen Nachfolger für Hartwig Fischer zu finden, hatte das Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst eine Findungskommission aus hochkarätigen Persönlichkeiten von Kunst und Kultur eingesetzt. Die unabhängige Findungskommission hatte Marion Ackermann als neue Generaldirektorin der Dresdner Kunstsammlungen vorgeschlagen.

Zur Vita von Dr. Marion Ackermann:

Geboren 1965 in Göttingen, aufgewachsen in Ankara.

Studium der Kunstgeschichte, Germanistik und Geschichte in Göttingen, Kassel, Wien, München mit Promotion »Kandinskys autobiographische „Rückblicke“ im Kontext seiner frühen Schriften« (1995)

1995 – 2003 erst wissenschaftliche Volontärin und ab 1996 Kuratorin Städtische Galerie im Lenbachhaus München

1995 – 2003 Lehraufträge an der Kunstakademie München, der Universität Augsburg und der Hochschule für angewandte Wissenschaften München

2003 – 2009 Direktorin des Kunstmuseum Stuttgart, Eröffnung des Neubaus 2005

Seit 2009 Künstlerische Direktorin der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen (K20, K21 und Schmela Haus)

Marion Ackermanns wissenschaftlicher Schwerpunkt liegt auf der Kunst 20. und 21. Jahrhunderts. So hat sie u. a. folgende Projekte und monographische Ausstellungen kuratiert: Paula Modersohn-Becker, Rosemarie Trockel, „SchattenRisse“, Max Bill, Christian Jankowski, „Piktogramme – Die Einsamkeit der Zeichen“, „Drei. Das Triptychon in der Moderne“, „Joseph Beuys. Parallelprozesse“, „Kandinsky, Malewitsch, Mondrian – Der weiße Abgrund Unendlichkeit“, „Unter der Erde. Von Kafka bis Kippenberger“, Tomas Saraceno „In orbit“ sowie „Uecker“.

Marion Ackermann ist in wichtigen Gremien und Jurys aktiv, so ist sie beispielsweise Mitglied der Groupe BIZOT, Mitglied des Kunst- und Ausstellungsausschuss des Auswärtigen Amtes, Mitglied des nationalen Leipziger Kreises, Mitglied der Mitgliederversammlung und des Beirats Kunst des Goethe-Instituts, Mitglied des Conseil d’Administration des Grand Palais, Paris, Mitglied der Ankaufskommission der Deutschen Bundesbank, beratendes Mitglied der Jury für den Neubau des Museum des 20. Jahrhunderts, Berlin, sowie Jurymitglied des Kaiserrings Goslar.

Quelle: Kunstministerium Sachsen

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