Staatsschauspiel Dresden trauert um Ensemblemitglied

Dresden - Das Staatsschauspiel Dresden trauert um den Dresdner Künstler Hanns-Jörn Weber, der am 17. Februar 2021 im Alter von 79 Jahren verstorben ist.

Von 1970 bis 2007 gehörte er zum Ensemble des Staatsschauspiels Dresden und bewies in mehr als 100 Rollen seine große Wandlungsfähigkeit und Gestaltungskraft, etwa als Parzival in Christoph Heins „Die Ritter der Tafelrunde“, Peachum in Brechts „Dreigroschenoper“ oder Philipp II in Schillers „Don Karlos“. Hanns-Jörn Weber war einer der prägenden Persönlichkeiten des Schauspielensembles. Er war unverkennbar in seiner Art Theater zu spielen und zu leben: er war eine Dresdner Schauspielerlegende.

Nach seinem Ausscheiden aus dem Ensemble blieb er dem Haus als gerne gesehener Gast erhalten, zum Beispiel in Uwe Tellkamps „Der Turm“ oder Gerhart Hauptmanns „Die Ratten“. Ebenfalls unvergessen sind Hanns-Jörn Webers außergewöhnliche Lesungen im Oldtimerbus über das Leben des großen Philologen Viktor Klemperer mit dem Titel „Ich will Zeugnis ablegen“. Auch abseits der Bühne engagierte sich Hanns-Jörn Weber für das Staatsschauspiel Dresden – etwa durch seine langjährige Tätigkeit als Mitglied des Personalrats.

 

© Historisches Archiv der Sächsischen Staatstheater / Kerstin Theurich
© Historisches Archiv der Sächsischen Staatstheater / HL Böhme

Hanns-Jörn Weber (* 16. Dezember 1941 in Bromberg, † 17. Februar 2021 in Dresden) legte 1963 nach einem abgebrochenen Studium an der Babelsberger Filmhochschule sowie anschließendem privatem Schauspielunterricht die Bühnenreifeprüfung ab. Ab 1961 führten ihn Bühnenengagements zunächst an das Harzer Bergtheater sowie bis 1963 an die Städtischen Bühnen Quedlinburg. Es folgten Engagements beim Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin (1963 – 1967) und bei den Bühnen der Stadt Magdeburg (1967 – 1970). Neben seinem langjährigen Engagement am Staatsschauspiel Dresden wirkte er in Fernsehproduktionen wie „Sachsens Glanz und Preußens Gloria“, in einigen Episoden der Serie Polizeiruf 110 und im Tatort mit.